Patientin mit Marburg-Fieber gestorben

11. Juli 2008, 11:36
posten

Gefahr einer Weiterverbreitung laut niederländischen Behörden gering - Erreger wurde aus Uganda mitgebracht

Hamburg/Leiden - Die mit dem tödlichen Marburg-Virus infizierte niederländische Frau ist in der Nacht auf Freitag gestorben. Das teilte das Reichsinstitut für Gesundheit mit. Nähere Angaben wurden unter Hinweis auf den Persönlichkeitsschutz nicht gemacht.

Erst am Donnerstag war die Erkrankung der Frau an dem gefährlichen und seltenen Virus festgestellt worden. Sie hatte sich bei einer Reise durch Uganda infiziert. Bisher ist kein anderer Fall bekannt, in dem ein Mensch diesen Erreger aus Afrika nach Europa eingeschleppt hat. In den Niederlanden werden rund 100 mögliche Kontaktpersonen der Patientin medizinisch beobachtet, um eine Ausbreitung der tödlichen Krankheit zu verhindern.

Kein Medikament

Das Marburg-Virus führt zu schweren inneren Blutungen. Bis zu 90 Prozent der Infizierten sterben. Ein Medikament gegen die Infektion gibt es nicht. Der Erreger war 1967 in Marburg entdeckt worden, nachdem sich mehrere Mitarbeiter eines Labors an Versuchsaffen aus Uganda infiziert hatten. (APA/dpa)

 

Wissen: Stichwort: Marburg-Virus

Das Marburg-Virus gehört zu den gefährlichsten bekannten Krankheitserregern. Infektionen sind zwar selten, aber oft tödlich, heißt es im Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Zudem nehmen Ausbrüche oft einen "dramatischen" Verlauf. Die Krankheit beginnt abrupt mit schlimmen Kopfschmerzen und starkem Unwohlsein. Zwischen dem 5. und 7. Tag kommt es oft zu schweren Blutungen aus allen Körperöffnungen sowie in den inneren Organen. Genannt wird dieser Zustand "hämorrhagisches Fieber".

Die Viren gehören laut WHO zu den ansteckendsten Krankheitserregern. Hohes Fieber, Organversagen und Herz-Kreislauf-Beschwerden sind mögliche Folgen. Es gibt weder Impfstoff noch ein Gegenmittel. Nur die Symptome können mit Medikamenten zur Stützung des Kreislaufs und des Gerinnungssystems gelindert werden. Der Anteil der Toten unter den Infizierten schwankt zwischen 25 und 90 Prozent.

Erstmals beobachtet wurde das Virus im Sommer 1967 im mittelhessischen Marburg. Später gelangte es auch nach Frankfurt und Belgrad. Insgesamt wurden damals 31 Menschen infiziert. Sieben Personen starben, fünf davon befanden sich in Marburg. Damals kamen die Erreger mit Versuchsaffen aus Uganda nach Marburg.

 

Share if you care.