Erster U-2-Aufklärungsflug über Irak von UN bestätigt

18. Februar 2003, 13:26
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"Höchste Zeit" - Erneuter alliierter Angriff in Flugverbotszone

Bagdad - Im Rahmen der Rüstungskontrollen im Irak ist erstmals ein Aufklärungsflugzeug vom Typ U-2 zum Einsatz gekommen, wie die UN am Dienstag bestätigten. Ein Sprecher von Chefkontrolleur Hans Blix sagte in New York, für den Flug am Montag sei es höchste Zeit gewesen. Die UN hofften, dass in Kürze weitere Aufklärungsflugzeuge und Dronen eingesetzt würden und die Möglichkeiten der Kontrolleure damit verstärkten.

Der Irak hatte in der vergangenen Woche nach langem Zögern den Aufklärungsflügen zugestimmt. Die Regierung in Bagdad hatte zunächst erklärt, sie könne nicht für die Sicherheit der Maschinen garantieren, wenn diese in den Flugverbotszonen unterwegs seien. Ob der Flug die vom Irak geforderten Bedingungen erfüllte, war zunächst nicht bekannt: Bagdad wollte über Zeit und Route jedes Flugs vorab informiert werden. Der Sprecher der Kontrollore, Hiro Ueki, hatte vor der Bekanntgabe des jüngsten Flugs erklärt, beide Seiten hätten sich über eine "Vorabinformation" geeinigt. Nähere Einzelheiten nannte er nicht.

Weitergabe der Daten an die CIA

Aus UN-Kreisen verlautete jedoch, dass Irak nach einer entsprechenden Vereinbarung über die Flugroute vorab informiert werde. Dies erfolge aus Sicherheitsgründen. Ein ähnliches Abkommen sei während Aufklärungsflügen in den 90er Jahren in Kraft gewesen. Bagdad hat in den vergangenen Wochen erklärt, die U-2 hätten in den 90er Jahren die konventionellen irakischen Stellungen ausspioniert, und die Daten seien an den US-Geheimdienst CIA weitergegeben worden.

Amerikanische und britische Kampfflugzeuge griffen am Dienstag in der südlichen Flugverbotszone eine mobile Radaranlage der irakischen Flugabwehr an. Der Angriff erfolgte bei Ar Rutbah, rund 400 Kilometer südwestlich von Bagdad. Amerikaner und Briten kontrollieren seit 1991 die Einhaltung des Flugverbots im Norden und Süden des Irak, mit dem Schiiten und Kurden geschützt werden sollen. Der Irak betrachtet die Flugverbotszonen im Norden und Süden des Landes als Verletzung seiner Souveränität. (APA/AP)

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