Duden gibt bei der Aussprache den Ton an

18. Februar 2003, 11:36
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Eine Neu-Ausgabe des Universalwörterbuchs gibt es jetzt auf CD-ROM

Frankfurt/Main - Bei Streitigkeiten um die richtige Schreibweise von Wörtern hat der Duden den Ruf einer letzten Instanz. Jetzt schicken sich die Mannheimer Sprachexperten an, auch bei der Aussprache den Ton anzugeben: Das "Deutsche Universalwörterbuch" auf CD-ROM enthält in der soeben erschienen Version 3.0 akustische Aussprachehilfen für rund 10.000 Stichwörter.

Wer sich an der Cocktailbar bei der Bestellung eines Caipirinha nicht blamieren will, kann vorher die richtige Aussprache nachschlagen: Es klingt so ähnlich wie "Kaipirinja" und eben nicht wie "Saipirinja". Aber nicht nur bei Fremdwörtern wie der "Patrouille" oder dem "Moneymaker" werden Unsicherheiten geklärt.

"Zweistimmig"

Auch Grundbegriffe der deutschen Sprache wie "Mutter" oder "Bundesland" spricht einmal eine weibliche, einmal eine männliche Stimme sorgfältig vor und hilft damit allen, die sich Deutsch als Fremdsprache aneignen. Zusätzlich werden bei schwierigeren Wörtern die Zeichen der internationalen Lautschrift mit angegeben, wie man es auch im Aussprachewörterbuch der Duden-Reihe findet.

Allerdings sind es gerade einmal vier Prozent der 250.000 Wörter und Wendungen, die man sich mit einem Mausklick vorlesen lassen kann. So wird beim "Dynamo" zwar die richtige Betonung mit einem Strich unter der zweiten Silbe markiert, die Hoffnung auf eine verbindliche Aussprache aus berufenem Munde erfüllt sich hier aber nicht.

Mit Wendungen

Im Umfang liegt das Werk etwa zwischen dem Rechtschreib-Duden und dem "Großen Wörterbuch der deutschen Sprache", aus dem ein großer Teil der näheren Erläuterungen übernommen ist. Die Aktualisierung berücksichtigt auch Wendungen, die erst vor kurzem den Weg in die Sammlung der Sprachbeobachter gefunden haben. Dazu zählt etwa die unschöne "Homo-Ehe", die mit dem Zusatz "ugs." als umgangssprachlich charakterisiert wird. Ein Wörterbuch müsse "heutzutage am 'Puls der Zeit' bleiben und den Wandel von Welt und Sprache zeitnah abbilden", erklärt dazu die Redaktion.

Mit der Software für das Wörterbuch, der PC-Bibliothek, können mehrere Nachschlagewerke des Verlags eingebunden und auch persönliche Wörterbücher angelegt werden. Dabei lassen sich Hypertext-Verknüpfungen über mehrere Bände hinweg anlegen, Textstellen markieren oder Lesezeichen anlegen. Die "Direktsuche" der PC-Bibliothek bietet mehrere Möglichkeiten, um in einer beliebigen Textanwendung schnell einen Begriff nachzuschlagen, ohne das Wörterbuch erst öffnen zu müssen. (APA)

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