WTO-Verhandlungen über Abbau von Agrarzöllen gescheitert

16. Februar 2003, 10:50
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EU und Japan widersetzen sich Forderungen der USA

Tokio - Regierungsvertreter aus 22 Staaten haben sich zum Abschluss dreitägiger Verhandlungen in Tokio nicht auf den Abbau von Agrarzöllen und Subventionen zum Schutz der Landwirtschaft einigen können. Auf der Konferenz im Rahmen der Doha-Runde der Welthandelsorganisation WTO prallten die Positionen der EU und Japans auf der einen Seite und der auf eine Liberalisierung dringenden Staaten wie die USA aufeinander.

Die Verhandlungen sollen am Montag in Genf fortgesetzt werden. Die WTO hat den 145 Mitgliedsstaaten eine Frist bis Ende März gesetzt, den seit Jahren anhaltenden Konflikt um den Weltagrarhandel zu lösen.

"Fruchtbare Konferenz"

Trotz des Scheiterns sprach der gastgebende japanische Außenminister Yoriko Kawaguchi am Sonntag von einer fruchtbaren Konferenz. Die Teilnehmer hätten jetzt eine klare Vorstellung der verschiedenen Positionen.

Der Leiter der WTO-Agrarverhandlungen, Stuart Harbinson, legte den Teilnehmern einen Vorschlag vor, wonach die Zölle auf landwirtschaftliche Erzeugnisse innerhalb von fünf Jahren um durchschnittlich 60 Prozent gesenkt, die staatlichen Agrarsubventionen gekürzt und die Importquoten erhöht werden sollen.

Diese Forderung wird von den USA und der 18 Staaten umfassenden Cairns-Gruppe unterstützt, der unter anderem die Agrarexportländer Kanada und Australien angehören. Die auf den Schutz der heimischen Landwirtschaft bedachte EU will sich aber nur zu Zollsenkungen von 36 Prozent bereit erklären. (APA/AP)

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