Desinteresse macht Kandidaten attraktiv

28. April 2004, 13:43
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Swissconsult-Berater horchen bei Absage auf

Headhunter, die Kandidaten über Direktsuche akquirieren, bekommen manchmal zu hören: "Ich bin zufrieden mit meiner Aufgabe und denke nicht an einen Wechsel." - Für den branchenorientierten Swissconsult-Berater sind die "Nichtinteressierten" laut eigenen Angaben "eine Zukunftsinvestition".

Der branchenorientierte Berater bewege sich bei jedem Auftrag innerhalb eines de- finierten Wirtschaftskreises von 30 bis 400 Firmen, je nach Firmengröße in der Branche, heißt es in einer Aussendung. Thematisch glichen sich viele Aufträge: Verkaufsleiter, Marketingleiter, Produktionsleiter, Leiter F&E, immer aus der gleichen Branche.

Nichtinteressierte ...

Die Positions- und Anforderungsprofile für gleiche Positionen zeigten häufig nur marginale Unterschiede. In diesem Auftragsumfeld wachse ein Beziehungsnetz, das dem Berater die bestmögliche Basis für weitere Auftragslösungen biete.

"Nichtinteressierte" gehörten bei Swissconsult zum Beziehungsnetz, denn irgendwann würden auch sie zu ernsthaften Kandidaten.

Nicht interessiert ist eine qualifizierte Führungsperson, wenn sie in spannenden Aufgaben steckt, in Projekten, die mit Herzblut zu Ende geführt sein sollen, wenn Erfolg sichtbar und die Aufgabe noch nicht zur Routine geworden ist. Aber irgendwann komme der Zeitpunkt, an dem der "Nichtinteressierte" einen möglichen Wechsel nicht ausschlage. Ist der Fahrstuhl nach oben besetzt, kann nur ein Firmenwechsel eine neue Herausforderung bringen.

... als qualifizierteste Bewerber

"Die anfänglich ,Nichtinteressierten' sind die qualifiziertesten Bewerber, falls sie für neue Aufgaben kandidieren. Sie kommen aus einem intakten Umfeld. Sie können auf gute Leistungen verweisen. Sie sind selbstkritisch, strategisch denkend und stehen mit beiden Füßen auf dem Boden. Sie sind kritisch in der Auswahl einer neuen Aufgabe, denn sie wollen weder flüchten, noch wird ihnen eine Flucht nahe gelegt", so die Einschätzung der Schweizer Consultants. (DER STANDARD, Printausgabe, 15./16.2.2003, red)

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