Sollenau: Großbrand in Kunststoff-Lager

13. Februar 2003, 14:00
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An die hundert Feuerwehrmänne im Einsatz - Brandstiftung wird vermutet

Wien - Der Brand in der Lagerhalle für Zell- und Kunststoffgranulat dürfte gelegt worden sein. Das ergaben erste Ermittlungen, berichtete die NÖ Sicherheitsdirektion. Das Feuer war gegen 6.30 Uhr ausgebrochen. Personen wurden nicht verletzt.

Rund ein Dutzend Feuerwehren mit ungefähr 100 Mann sind seit heute früh mit der Bekämpfung eines Brandes in einem Kunststoff-Lager in Sollenau (Bezirk Wiener Neustadt) im Einsatz. In der 30 Mal 60 Meter großen Halle sind laut Feuerwehr Plastik-Abfälle gelagert.

Strafanzeige erstattet

Das Feuer hat auch die Gesellschaft für Ökologie und Abfallwirtschaft / Schutzverband gegen Umweltkriminalität auf den Plan gerufen: Der Aussendung zufolge wurde bereits bei der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt Strafanzeige gegen unbekannte Täter erstattet. Laut dem Einsatzleiter der Feuerwehr sei das Feuer innerhalb einer Halle im Nahbereich zur Außenwand an zwei Stellen ausgebrochen. Bei den Brandherden befänden sich Löcher in der Wand, was eine Entzündung von außen ermögliche.

Klage wegen Plastikabfällen

Die Gesellschaft beobachtet die betroffene Firma seit längerem. Betont wurde, dass es sich auf dem Betriebsgelände der Howorka Gesellschaft für Umwelttechnik GesmbH in Sollenau um ein Abfall-Zwischenlager handle, das der Betreiber allerdings als "Wertstofflager" bezeichne. Die Gesellschaft habe die betroffene Firma bereits im Juni 1999 wegen der ohne Betriebsanlagengenehmigung erfolgten Lagerung von Plastikabfällen geklagt. Das Verfahren ging bis zum Obersten Gerichtshof. "Schlussendlich wurde die beantragte Einstweilige Verfügung abgewiesen, weil die damalige Bezirkshauptmann-Stellvertreterin Margarete Sturm nicht bei Gericht als Auskunftsperson stellig gemacht werden konnte", hieß es in der Aussendung.

Nach Angaben der Gesellschaft ist am Betriebsgelände zuvor am 18. Juni 2000 aus ungeklärter Ursache ein Brand in einer Abfallbox ausgebrochen. Die Feuerwehr habe damals nur knapp ein Übergreifen der Flammen auf die nur 15 Meter entfernt gelagerten rund 400.000 Tonnen Kunststoffabfall und Spuckstoffe (nicht verwertbare Rückstände aus Papier-Recycling, Anm.) verhindern können.

Feuerwehr schließt Selbstentzündung nicht aus

Bei der Feuerwehr hieß es, dass Selbstentzündung nicht auszuschließen sei. Wie lange die Löscharbeiten dauern werden, war zunächst nicht absehbar. Die brennenden bzw. glosenden Plastikabfälle müssen per Bagger aus der Halle gebracht werden, dann erst wird gelöscht. Das könne unter Umständen mehrere Tage in Anspruch nehmen. (APA)

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