China warnt - Japan ermahnt

13. Februar 2003, 07:00
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Peking glaubt Einschaltung der UNO könnte Krise mit Pjöngjang zuspitzen - Japan fordert Nordkorea zu Dialog mit Atomenergiebehörde auf

Peking/Tokio - China hat davor gewarnt, den UN-Sicherheitsrat im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm einzuschalten. Druck und Sanktionen könnten die Konfrontation mit Pjöngjang noch weiter zuspitzen und die Lage zusätzlich komplizieren, warnte Chinas UN-Botschafter Zhang Yan. Die Einschaltung des Sicherheitsrat werde "nicht unbedingt zur Lösung des Problems beitragen", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua den Botschafter am Donnerstag. Notwendig sei vielmehr ein "konstruktiver Dialog von gleich zu gleich zwischen den betroffenen Parteien", betonte Zhang.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hatte am Mittwoch beschlossen, in dem Atomstreit den UN-Sicherheitsrat einzuschalten. Der Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm hatte sich im vergangenen Herbst entwickelt, als Pjöngjang nach Angaben Washingtons ein geheimes Nuklearprogramm einräumte. Im Jänner stieg das kommunistisch regierte Land aus dem Atomwaffensperrvertrag aus.

Japan: Nordkorea müsse Beschluss der Atomenergiebehörde ernst nehmen

Im Streit um das Atomprogramm Nordkoreas hat Japan das kommunistische Land aufgefordert, umgehend den Dialog mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) wieder aufzunehmen. Es sei zu hoffen, dass Nordkorea sein Atomprogramm rasch und nachprüfbar stoppe, teilte das japanische Außenministerium am Donnerstag mit. Zuvor hatte die IAEA in der Streitfrage am Mittwoch den UNO-Sicherheitsrat eingeschaltet. Nordkorea müsse den Beschluss der IAEA ernst nehmen, hieß es in der japanischen Erklärung weiter. Japan werde seine Bemühungen fortsetzen, gemeinsam mit anderen Staaten die Krise friedlich zu beenden.

Der Sicherheitsrat könnte Schritte gegen Nordkorea einleiten und etwa Wirtschaftssanktionen gegen das Land verhängen. Die Regierung in Pjöngjang hat erklärt, Wirtschaftssanktionen als Kriegserklärung aufzufassen. IAEA-Chef Mohamed el Baradei hatte allerdings gesagt, kein Mitglied der Behörde habe Sanktionen gegen Nordkorea verlangt. (APA/Reuters)

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