Philips mit Milliardenverlusten

11. Februar 2003, 09:49
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Hohe Abschreibungen und schwacher Dollar belasten Ergebnis

Der niederländische Unterhaltungselektronikkonzern Philips hat das Geschäftsjahr 2002 mit Riesenverlusten abgeschlossen. Das Minus betrug 3,206 Milliarden Euro nach einem Vorjahreswert von minus 2,475 Milliarden Euro. Die Umsätze gingen um zwei Prozent auf 31,82 Milliarden Euro zurück, teilte der Konzern heute, Dienstag, mit. Das Ergebnis wurde durch Abschreibungen in der Höhe von 3,26 Milliarden Euro und einem schwachen Dollar negativ beeinflusst. Auch das Schlussquartal endete mit einem Verlust in der Höhe von 1,53 Milliarden Euro (Q4/01: 1,06 Milliarden Euro). Der Umsatz sank um vier Prozent auf 8,92 Milliarden Euro.

Zahlen

Ohne Abschreibungen hätte Europas größter Unterhaltungselektronikkonzern einen Gewinn von 208 Millionen Euro erzielt, nachdem im Vorjahr ein Verlust von 779 Millionen Euro verbucht wurde. Die größten Abschreibungsbrocken waren die Beteiligungen an Atos Origin, LG Philips Displays und Vivendi/Seagram. Allein im vierten Quartal betrugen die Wertminderungen 1,34 Milliarden Euro. Ohne diese betrug der Nettogewinn im Schlussquartal 58 Millionen Euro. Der Umsatzrückgang wurde auch mit großen Währungsschwankungen aufgrund des schwachen Dollars begründet. Der starke Euro habe sich beim Umsatz mit sieben Prozent negativ ausgewirkt. Den operativen Gewinn bezifferte Philips im Gesamtjahr mit 420 Millionen Euro.

Schwierig

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Philips weiterhin mit einem schwierigen Umfeld. "Der ökonomische Ausblick ist weiterhin von vielen Unsicherheiten gezeichnet", so Philips-Chef Gerard Kleisterlee. Deshalb wolle man den Kostensenkungs- und Schuldenreduktionskurs weiter vorantreiben. Ob auch in diesem Jahr wieder Massenentlassungen folgen, ließ Kleiterlee offen. Er hatte seit seinem Amtsantritt Mai 2001 rund 15 Prozent der Belegschaft abgebaut, zahlreiche unprofitable Töchter verkauft und ein Entschuldunsgprogramm gestartet. Per Jahreswende beschäftigten die Niederländer weltweit 170.087 Mitarbeiter. (pte)

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