Cricket und Politik

10. Februar 2003, 14:10
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Spieler von Simbabwe protestieren im Auftaktspiel der WM gegen den "Tod der Demokratie" in ihrem Land - Antreten Englands weiter offen

Harare/Simbabwe - Mit schwarzen Armbinden haben zwei Spieler aus Simbabwe bei der Cricket-Weltmeisterschaft gegen den "Tod der Demokratie" in ihrer Heimat protestiert. Andy Flower und Henry Olonga traten am Montag mit den Trauersymbolen im WM-Auftaktmatch in Harare an. Vor dem Beginn der Partie gegen Namibia erklärten der weiße und der schwarze Sportler nach Angaben des südafrikanischen Rundfunks: "Es ist unmöglich zu ignorieren, was in Simbabwe passiert. Obwohl wir nur Profi-Cricketspieler sind, haben wir doch ein Gewissen und Gefühle."

Die Armbinde, die sie während der gesamten WM tragen wollen, solle auf Menschenrechtsverletzungen, Hunger und staatlich sanktionierte Folter aufmerksam machen. Beide Sportler riskieren Sanktionen des Internationalen Cricket-Rates für ihre politischen Äußerungen in einem Spitzenspiel. Die insgesamt sechs WM-Spiele, die in Simbabwe ausgetragen werden sollen, waren von Beginn an umstritten. Insbesonders England, aber auch Australien hatten mit Hinweis auf Sicherheitsbedenken versucht, die Spiele dort zu boykottieren. Englands Entscheidung ist weiter offen.

Die Cricket-WM war am Wochenende von Gastgeber Südafrika als "bisher größte Sportveranstaltung Afrikas" eröffnet worden. Sie sieht auch die Austragung von Spielen in Kenia vor. Cricket ist vor allem in der Commonwealth-Staatengemeinschaft populär. Simbabwe ist durch die gewaltsame Unterdrückung der Opposition durch das Regime von Präsident Robert Mugabe in die Isolierung geraten. (APA/dpa/red)

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    Simbabwes Batsman Andy Flower

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