Bluttat bei Baden war angekündigt

11. Februar 2003, 20:52
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Täterin hatte Therapie abgebrochen

Baden - Nach dem Doppelmord mit anschließendem Selbstmord in Hernstein (Bezirk Baden) wurden Dienstag neue Details über die 40-jährige Täterin bekannt. Nach Angaben der zuständigen Kriminalabteilung schrieb die psychisch kranke Frau in einem Abschiedsbrief, dass sie keine Chance mehr für ein normales Leben ihrer sechsjährigen Tochter sehe.

Wie berichtet, hat die Frau Sonntagabend das Kind und ihren Exgatten, einen 42-jährigen Gendarmen, mit dessen Dienstpistole erschossen und anschließend Suizid begangen. Das Paar war vor drei Jahren geschieden worden, zuletzt erhielt der Mann das Sorgerecht für die Tochter.

Kommunikationsmanko

Die Frau war in der Landesnervenklinik Maria Gugging in Behandlung. Obwohl sie dort während eines stationären Aufenthalts mit einer Bluttat gedroht haben soll, sahen die Ärzte keine gesetzliche Möglichkeit, die Frau gegen ihren Willen weiterzubehandeln. Einmal entlassen, dürft die Frau stabilisierende Medikamente nicht mehr genommen haben.

Die Kriminalisten überprüfen nun auch, ob es bei den zuständigen Stellen möglicherweise ein entscheidendes Kommunikationsmanko gegeben hat. Bei der Bezirkshauptmannschaft Baden hieß es auf STANDARD-Anfrage, man sie sich keiner Versäumnisse bewusst. (APA, simo/DER STANDARD, Printausgabe, 12.2.2003)

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