"Produktivität " durch eisernes Sparen

8. Februar 2003, 16:30
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Generaldirektor der Österreichischen Bundesbahnen Vorm Walde bekräftigte hartes Programm

Wien - Der Generaldirektor der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), Rüdiger vorm Walde, hat am Samstag den Sparwillen der ÖBB bekräftigt. "Wir fahren harte Programme und wollen eine Produktivität erreichen wie sie kein Dritter erreicht", sagte Vorm Walde in der Radio-Reihe "Im Journal zu Gast".

Einfachere Tariverträge

Vorm Walde verwies dabei auf das jüngste Sparprogramm "Power 2005". Damit wolle man im Jahr 2005 den Ertrag um 255 Mio. Euro steigern, sagte Vorm Walde. Wie berichtet, sieht dieses Programm unter anderem bis 2006 den Abbau von 7.000 Mitarbeitern vor. Außerdem plädiert Vorm Walde für einfachere Tariverträge, damit man auch auf konjunkturell schwache Zeiten reagieren kann.

"Wir fahren in eine Zukunft, die vom Wettbewerb beherrscht sein wird. Auf diesen Wettbewerb müssen wir uns einstellen", betonte der ÖBB-Generaldirektor.

Auflassungen von Nebenbahnen

Für weitere Einsparungen schließt vorm Walde auch die Auflassung von Nebenbahnen nicht aus. "Das ist die Frage, kann man sich die auf Dauer leisten und finanzieren", sagte Vorm Walde in Richtung Politik, und weiter: "Sparen kann kürzen heißen und an Strukturen rütteln. Dann rüttleln wir gemeinsam an der Struktur, welche Bahn möchte Österreich und welche Nebenstrecken welche Regionalstrecken sind betroffen."

Beim Ausbau der wichtigen Strecken hingegen sieht der ÖBB-General Versäumnisse. Hier sei man "etwas hinterher". Vor allem die Westbahn hätte man "sehr viel konzentrierter angehen und ausbauen müssen, weil die Westbahn eine außerordentlich wichtige Strecke ist". Heute betrachtet, werde die Westbahn erst in zehn Jahren komplett fertig, meint Vorm Walde.

Einkauf optimieren

Um die Planung und auch den Einkauf künftig zu optimieren, sollten nach Vorstellung des ÖBB-Chefs die Infrastrukturgesellschaften SCHIG und HL-AG mit der ÖBB-Infrastruktur zusammengeführt werden.

Was die zukünftige Struktur der ÖBB selbst betrifft, plädiert Vorm Walde für "eine sehr starke Holding. Darunter sollen Gmbhs installiert werden, die mit Beherrschungsverträgen, Gewinn- und Abführungsverträgen an die Holding gebunden werden. Die Stärke eines solchen Systems wäre unter anderem, "dass, wenn ein Bereich notleidend seien sollte, er gestärkt wird durch die anderen Bereiche". Über die Holding habe man die Möglichkeit, Ergebnisse auszugleichen, so Vorm Walde. Langfristig schließt er aber auch eine Teilung in Betreiber und Infrastruktur, "die man aktuell diskutiert", nicht aus. (APA)

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