FPÖ-Sager: "Gebärmutter gefährlichster Ort" und Vergleich mit Nazi-Gräuel

12. März 2008, 19:07
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SPÖ-Abgeordnete verlangen von Nationalratspräsidentin Prammer klare Verurteilung der Aussagen Karlheinz Klements

Klagenfurt/Wien - Für Aufregung in den Reihen der SPÖ hat der freiheitliche Abgeordnete Karlheinz Klement wegen diverser Äußerungen in der Parlamentsdebatte zum Thema Abtreibungen am Dienstag gesorgt. So bezeichnete er die weibliche Gebärmutter als den "gefährlichsten Ort in Österreich" und behauptete, dass in Österreich seit 1945 mehr Tote durch Abtreibung zu beklagen seien als durch die gesamten Kriegshandlungen des Zweiten Weltkrieges.

Erst Vergewisserung

Auf Initiative der Kärntner Abgeordneten Melitta Trunk wandten sich deshalb am Mittwoch mehrere SPÖ-Abgeordnete schriftlich an Nationalratspräsidentin Barbara Prammer und ersuchten sie "um unmissverständliche Distanzierung und klare Verurteilung" der Aussagen Klements.

Wie Trunk erläuterte, sei der Protest erst einen Tag nach der Parlamentssitzung erfolgt, da man im Protokoll nachlesen wollte, ob diese "ungeheuerlichen Worte" tatsächlich so gefallen seien.

In Bezug auf die Abtreibungen hatte der Kärntner Klement, seines Zeichens auch stellvertretender FPÖ-Bundesobmann, wörtlich gemeint: "Wenn diese Lebensrechtsbefürworter davon sprechen, dass der gefährlichste Ort in Österreich die Gebärmutter ist, haben sie leider auch recht, weil die Überlebensrate in einer Gebärmutter liegt bei 50 Prozent...".

Vergleich mit Nazi-Gräuel

Trunk sowie die Mandatare Rosa Lohfeyer, Gertraud Knoll, Erwin Spindelberger, Michael Ehmann und Gerhard Reheis betonen in ihrem Schreiben an Prammer, dass die Klement-Aussagen nicht nur eine unfassbare verbale Entgleisung darstellten, sondern auch "einen direkten inhaltlichen Vergleich zu den Taten des Nationalsozialismus" herstellten sowie implizierten, dass Frauen, die abgetrieben haben, systematische Mörderinnen seien. "Dabei handelt es sich eindeutig um eine politische Haltung, die mit dem Geist dieses Hauses nicht vereinbar sind", weshalb man "entsprechende Konsequenzen" verlange. (APA)

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