Plassnik für weltweites Bündnis gegen Menschenhandel

14. Februar 2008, 12:08
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Wiener Forum: Nicht nur Politik, auch Zivilgesellschaft und Medien seien in die Pflicht zu nehmen - Weinzinger will Opferschutz statt "verfehlter" Fremdengesetze

Wien - Die österreichische Außenministerin Ursula Plassnik hat sich am Mittwoch, dem Eröffnungstag des Wiener Forums gegen Menschenhandel, für ein weltweites Bündnis gegen diese Form der Menschenrechtsverletzung ausgesprochen. Dafür müsse man "nicht nur UNO-Konventionen ausarbeiten, sondern mit Zivilgesellschaft, NGOs, Medien, Künstlern gemeinsam mobilisieren. Politikerinnen, Politiker und internationale Organisationen können Gesetze und Rahmenbedingen schaffen, um das Übel Menschenhandel einzudämmen."

Ganz entscheidend sei die Arbeit einzelner Menschen, "die nicht wegschauen, sondern handeln." Sie zollte dem Einsatz der anwesenden Emma Thompson und Ricky Martin Anerkennung: "Das schafft eine Perspektive in der Hoffnungslosigkeit."

Weinzinger appelliert an Regierung

Die Frauensprecherin der Grünen Brigid Weinzinger nahm das Wiener Forum zum Anlass, um einen Appell an die österreichische Regierung zu richten, endlich wirksame Maßnahmen zur Bekämpfung des Frauenhandels zu ergreifen. "Mit restriktiven Fremden- und Antiprostitutionsgesetzen ist dieser Menschenrechtsverletzung jedenfalls nicht beizukommen. Frauenhandel darf nicht mit illegaler Migration gleichgesetzt werden und kann nicht an den Grenzen bekämpft werden".

Opferschutz verbessern

Die Maßnahmen in Österreich gegen Frauenhandel seien nicht ausreichend, teilweise würden statt der Täter die Opfer bestraft, meinte Weinzinger am Mittwoch. "Die Opfer von Frauenhandel brauchen vor allem anderen ein Aufenthaltsrecht in Österreich, damit sie sich eine eigenständige Existenz aufbauen können. Auch eine Rückkehrunterstützung soll es geben, aber nur, wenn diese möglich und erwünscht ist", forderte die Grüne.

Einen Zwang zur Aussage vor Gericht für die Opfer von Frauenhandel, die oft massiv bedroht werden, dürfe es nicht geben. Sie sprach sich für einen Ausbau von Notschlafstellen und der Beratungsangebote für die Opfer von Frauenhandel aus.

Vomn der Wiener Konferenz erhofft sie sich, dass sie Konsequenzen für die Politik hat. (red)

  • Plassnik hat das Wiener Forum am Mittwoch eröffnet.
    foto: standard/hopi media/bernhard j. holzner
    Plassnik hat das Wiener Forum am Mittwoch eröffnet.
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