Alice Schwarzer erhält Börne-Preis

14. März 2008, 12:32
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"Eine Art Vatikan der Frauenbewegung": Alleiniger Juror Harald Schmidt würdigt "unsere Simone de Beauvoir ohne Sartre" mit hoch dotierter Auszeichnung

Frankfurt/Main - Die Frauenrechtlerin, Journalistin und Schriftstellerin Alice Schwarzer erhält in diesem Jahr den mit 20.000 Euro dotierten Ludwig- Börne-Preis. Entschieden hat das der alleinige Juror Harald Schmidt, teilte die Börne-Stiftung am Mittwoch in Frankfurt mit.

"Leidenschaftlich, streitlustig und mit Witz und Humor"

Der Humorist und TV-Moderator würdigte die 65-Jährige als "personifiziertes Sturmgeschütz der Gleichberechtigung" und "unsere Simone de Beauvoir ohne Sartre". Die auch aus vielen TV-Talkshows bekannte Schwarzer leite die Redaktion der Zeitschrift "Emma" seit über 30 Jahren "als eine Art Vatikan der Frauenbewegung", heißt es in der Begründung Schmidts weiter. Dies tue sie leidenschaftlich, streitlustig und mit Witz und Humor. "Wir haben verstanden: Als Mann wird man nicht geboren, man wird es."

Verleihung im Mai

Die Auszeichnung geht an deutschsprachige AutorInnen für hervorragende Leistungen in den Sparten Essay, Kritik und Reportage. Der seit 1993 vergebene Preis erinnert an den jüdischen Schriftsteller Ludwig Börne (1786-1837), der wegen seiner scharfzüngigen Texte als Wegbereiter des politischen Feuilletons gilt. Seine Prosa wandte sich gegen politische und kulturelle Unterdrückung.

Der Preis wird am 4. Mai in der Frankfurter Paulskirche überreicht. (APA/dpa)

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    Das Spektrum der Bücher Schwarzers reicht von "Der kleine Unterschied und seine Folgen" (1975) bis zu einem jüngsten Lesebuch über Simone de Beauvoir.
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