NASA: Technische Probleme bei linker Tragfläche vor dem Absturz

1. Februar 2003, 22:19
4 Postings

Flüge bis auf weiteres eingestellt - Kosmonauten vermuten Bruch im Hitzeschild als Ursache

Cape Canaveral/Moskau - Die Raumfähre Columbia hatte kurz vor ihrem Absturz technische Probleme. Kurz vor der Katastrophe am Samstagmorgen habe die Crew Schwierigkeiten gemeldet, sagte der Leiter des NAASA-Shuttle-Programms, Ron Dittemore, am Samstag. Die genaue Absturzursache sei jedoch noch nicht klar.

Die ersten Anzeichen für Unregelmäßigkeiten beim Flug der Raumfähre "Columbia" gab es, als es keine Meldungen mehr von den Temperatursensoren im Hydrauliksystem der linken Tragfläche gab, erklärte Dittemore auf einer Pressekonferenz. Sekunden später seien weitere Probleme aufgetaucht, wie ein Druckverlust in den Reifen und Anzeichen für übermäßige Hitze. Schon beim Start soll sich ein Stück einer Tankisolierung gelöst und die linke Tragfläche getroffen haben.

Die Mutmaßungen russischer Kosmonauten zum Absturz der US-Raumfähre "Columbia" haben sich am Samstag zumeist auf den Hitzeschild konzentriert. Boris Morukow, der im September 2000 mit der Raumfähre "Atlantis" zur Internationalen Raumstation (ISS) flog, erklärte, Ursache könne ein Fehler in der Raumfähre wie die Explosion eines Triebwerks oder ein Bruch im Hitzeschild gewesen sein. "Wenn der Hitzeschild bricht, löst sich die ganze Struktur auf", sagte Morukow im Fernsehsender ORT. Die Besatzung hätte dann keine Zeit mehr zu reagieren.

Der Kosmonaut Alexander Laweikin äußerte sich ähnlich. "Irgendetwas ist mit Wärmeisolierung passiert", sagte er dem Sender TVS. Und der erfahrene Kosmonaut Viktor Afanasjew sagte, der Hitzeschild könne schon beim Start beschädigt worden sein, ohne dass dies bemerkt worden sei. Der Hitzeschild besteht aus rund 20.000 Platten, die Temperaturen bis zu 3.000 Grad aushalten müssen.

Raumfährenflüge bis auf weiteres eingestellt

Dittemore sagte weiter, alle Raumfährenflüge würden bis auf weiteres eingestellt. Eine Untersuchungskommission außerhalb der NASA werde helfen, die Unglücksursache zu ermitteln. Es sei aber noch zu früh zu sagen, welche langfristigen Folgen das Unglück haben werde. Die Besatzung der Internationalen Raumstation (ISS) habe noch Vorräte bis Juni, sagte Dittemore.

Der Verlust der Raumfähre Columbia mit sieben Menschen an Bord ist nach Worten von UNo-Generalsekretär Kofi Annan "ein Verlust für die Menschheit". Die Erkundung des Weltraums kenne keine Landesgrenzen, sagte Annan am Samstag in einer von seinem Sprecher verbreiteten Erklärung. Darum treffe die Katastrophe der Columbia auch jeden Weltbürger. Er sei in seinen Gedanken und Gebeten bei den Familien der Opfer, sagte Annan. Außerdem spreche er der Regierung und der Bevölkerung der USA sowie Indiens und Israels sein Mitleid aus. Außer den amerikanischen Astronauten waren auch ein israelischer Luftwaffenoberst und eine indische Forscherin mit an Bord. (APA/AP)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Schon beim Start könnte durch ein wegbrechendes Teil ein Schaden an der linken Tragfläche entstanden sein

Share if you care.