Schlaues Buch für österreichische Website-Betreiber

21. Dezember 2002, 13:27
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Praxishandbuch bietet kompakten Überblick zur Rechtslage im Web

Die österreichische Rechtslage im Internet unterscheidet sich in ihrer Unübersichtlichkeit kaum von anderen Ländern. Das Internet-Recht steckt noch in den Kinderschuhen. Die Entwicklung eindeutiger juristischer Grundlagen, an die sich im Web tätige Personen oder Unternehmen halten können, hängt zurzeit von einzelnen Entscheidungen der Höchstgerichte und gesetzlichen Regelungen in Teilbereichen ab. Einen aktuellen österreichischen Überblick dieses Mosaiks aus bestehenden Rechtsnormen und Entscheidungen des Obersten Gerichtshofes (OGH) bietet das im Verlag LexisNexis ARD Orac erschienene "Praxishandbuch Internet-Recht".

Juristische Tiefe und erforderliche Praxisnähe

Das Buch ist laut Herausgeberin Bettina Stomper eine "Darstellung jener Rechtsfragen, mit denen Website-Betreiber bei der Registrierung von Domains, bei der Gestaltung von Websites, im E-Commerce, in der Internet-Werbung und beim Aufbau von elektronischen Marktplätzen konfrontiert werden". Dabei findet das "schlaue Buch" die im Titel versprochene Balance zwischen der notwendigen juristischen Tiefe und der erforderlichen Praxisnähe für Alltags-User.

Das Domain-Recht

Die Studienautoren steigen da in die Mysterien des Internet-Rechts ein, wo auch der künftige Betreiber einer Website seine wahrscheinlich ersten Berührungspunkte mit den juristischen Rahmenbedingungen haben wird: dem Domain-Recht. Der Erfolg einer Website hängt nicht zuletzt vom Domain-Namen ab, entscheidet er doch über die mehr oder weniger leichte Auffindbarkeit in den Weiten des World Wide Web. Da gerade in diesem Bereich bereits zahlreiche Musterfälle existieren, werden hier ausführlich Entscheidungen des österreichischen OGH behandelt. Domain-Grabbing ist ein zentrales Thema dieses Kapitels. Mit Fällen wie z.B. jusline.com, cyta.at, diekrone.at und bundesheer.at werden Grundsätze der österreichischen Rechtsprechung skizziert. Am Ende eines jeden Kapitels gibt es einen zusammenfassenden Überblick sowie Checklisten.

Webdesign

Der zweite Abschnitt des Buches widmet sich der Website-Gestaltung. Was muss der Webdesigner bei der Kreation, was der Betreiber der Website bei den Inhalten, was ein Unternehmer beim E-Commerce beachten? Internet-bezogene Grundlagen des Urheberrechts kommen ebenso zur Sprache wie Datenschutz, Wettbewerbsrecht, Medienrecht und der Schutz der eigenen Website. Hier wird auch auf die verschiedenen Aspekte der Link-Setzung eingegangen, eine Checkliste verschafft schnelle Übersicht. Ein Mustervertrag für Webdesign rundet das Kapitel ab und spannt den Bogen zum geschäftlichen Alltag.

Online-Werbung

Ab dem dritten Kapitel steht der Business-Aspekt im Internet im Vordergrund des Buches. An Informationen zum Vertragsabschluss im Web über Gerichtszuständigkeit bis zu Internet-Auktionen schließt der große Bereich der Online-Werbung an. Dem österreichisches Spam-Verbot stellen die Autoren zulässige Formen des Werbemails gegenüber, ein Exkurs gilt der SMS-Werbung. Den Abschluss machen elektronische Marktplätze aus der Sicht des Kartellrechts. Für Diskussionen oder Fragen zu Themen des Buches (Wien, 2002; ISBN 3-7007-2241-9; 228 Seiten, 46 Euro) steht auch ein neu eröffnetes Diskussionsforum im Internet zur Verfügung: http://groups.yahoo.com/group/internetandlaw . (pte)

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