USA drohen mit atomarem Gegenschlag

11. Dezember 2002, 19:38
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"Vernichtende Gewalt" soll Angriffe mit Massenvernichtungs- waffen beantworten - Das Strategiepapier zum Download

Washington - US-Präsident George W. Bush will im Fall eines gegnerischen Angriffs mit Massenvernichtungswaffen mit "vernichtender Gewalt" antworten. Dazu gehört auch eine mögliche Reaktion mit atomaren Waffen. Das geht aus einem Strategiepapier der US-Regierung hervor, das am Mittwoch dem Kongress zugeleitet werden sollte. Darin heißt es, der Präsident behalte sich im Fall einer Attacke mit biologischen oder chemischen Waffen bei der Antwort "alle Optionen" vor.

Experten werteten dies als klare Warnung an den Irak, im Fall einer US-Militäraktion nicht mit Massenvernichtungswaffen gegen amerikanische Truppen oder auch verbündete Staaten vorzugehen. Eine ähnliche Warnung hatte Präsident George Bush sen., der Vater des derzeitigen Präsidenten, am Vorabend des Golfkriegs 1991 an den irakischen Präsidenten Saddam Hussein gerichtet.

Antipersonen-Minen im Irak

Die USA bereiten sich angeblich darauf vor, im Fall einer Militäraktion gegen Irak auch Antipersonen-Minen einzusetzen. Das berichtete die Zeitung "USA Today" am Mittwoch unter Berufung auf Pentagon-Unterlagen. Demnach hat das US-Verteidigungsministerium im Rahmen seiner Kriegsvorbereitungen auf amerikanischen Stützpunkten in der Golfregion auch Minen gelagert.

Dem Blatt zufolge würde ein Einsatz dieser Waffen im Widerspruch zur offiziellen US-Politik stehen, nach der das Militär ab 2003 mit Ausnahme in der Pufferzone zwischen Nord-und Südkorea keine Minen mehr verwenden soll. Erst kürzlich war zudem die Untersuchungsbehörde des US-Kongresses (GAO) zu dem Schluss gekommen, dass der Einsatz solcher Minen im Golfkrieg 1991 die US-Streitkräfte selbst behinderte, aber die irakische Armee nicht beeinträchtigte.

Nach Statistiken der Vereinten Nationen kommen weltweit jedes Jahr 15.000 bis 20.000 Menschen durch Antipersonen-Minen ums Leben oder werden verstümmelt. 80 Prozent dieser Opfer sind Zivilisten und ein Drittel Kinder. Vor diesem Hintergrund zitierte die "USA Today" am Mittwoch auch den demokratischen Senator Patrick Leahy mit den Worten, es wäre ein "schrecklicher Fehler", Landminen im Irak einzusetzen. (APA/dpa)

  • Das Strategiepapier von Condoleezza Rice (Nationale Sicherheitsberaterin) und Tom Ridge (Leiter des Sicherheitsministeriums)

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  • Die USA wollen mit "vernichtender Gewalt" zurückschlagen, sollte ein nuklearer Angriff erfolgen.
    foto: reuter/larry downing

    Die USA wollen mit "vernichtender Gewalt" zurückschlagen, sollte ein nuklearer Angriff erfolgen.

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