Prodi eröffnet Konferenz "Moral und Politik"

6. Dezember 2001, 20:00
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EU-Kommissionspräsident ruft zur Besinnung auf Grundwerte der EU auf - Deutliche Kritik an rein marktwirtschaftlichem Denken

Wien - Mit einem Aufruf zur Besinnung auf die Grundwerte der Europäischen Union und deutlicher Kritik an einem rein marktwirtschaftlichen Denken hat der Präsident der EU-Kommission, Romano Prodi, am Freitagabend die Konferenz "Moral und Politik" in Wien eröffnet. "Es ist schlicht nicht wahr, dass ein vollständig "deregulierter" Markt effizienter ist", sagte Prodi. Die 90er-Jahre mit ihren sicheren Überzeugungen seien vorbei. Die grundsätzliche Frage in den europäischen Gesellschaften wie in den Nord- Süd-Beziehungen sei nun die Unzufriedenheit mit dem Maß an sozialer Gerechtigkeit und Partizipation.

Die dreitägige Konferenz im Wiener Hotel Marriott wird vom Mediennetwork "Project Syndicate" und dem "Institut für die Wissenschaften vom Menschen" organisiert. Als Redner treten unter anderem auf: Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz, die ukrainische Oppositionsführerin Juliya Timoshenko, Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (Samstag) und UN-Flüchtlingskommissar Ruud Lubbers (Sonntag). Es moderieren Standard-Chefredakteur Gerfried Sperl, der deutsche Sicherheitsexperte Christoph Bertram und Aryeh Neier, Präsident der Open Society New York. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 7./8.12.2002)

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"Moral und Politik"

Die Sessionen am Samstag (ab 9.00 Uhr) und Sonntag (ab 9.30 Uhr) im Hotel Marriott sind kostenpflichtig.
Die Gebühr beträgt 30 Euro für Samstag und 15 Euro für Sonntag. Studenten zahlen die Hälfte.

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    Hugo van der Goes: Der Sündenfall (1470) KHM Wien

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