Malaysia: Patienten als Gäste

4. Dezember 2002, 17:46
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Neuer Tourismuszweig geplant - Großangelegte Investitionen sollen ausländische Patienten anlocken

Kuala Lumpur/Singapur - Die malaysische Regierung will mit großangelegten Investitionen ausländische Patienten als Gesundheits-Touristen anlocken. Spezialisten dürfen nach einer Gesetzesänderung nun auch ihre Fähigkeiten öffentlich bewerben, berichtet die Singapore Straits Times in ihrer jüngsten Ausgabe. Insgesamt soll nach Plänen der malaysischen Regierung die Gesundheits-Tourismus-Branche bis 2010 jährlich 530 Mio. Euro ausmachen.

Malaysia versorgt heute schon jährlich 100.000 fremde Patienten, die meisten von ihnen stammen aus anderen asiatischen Staaten. Sie bringen jährlich rund 40 Mio. Euro ins Land. Nach Ankündigungen des malaysischen Gesundheitsministers Chua Jui Meng werden für den neuen Tourismuszweig die staatlichen Gesetze über die Bewerbung der außerordentlichen Fähigkeiten von Spezialisten geändert. Krankenanstalten werden großzügig ausgebaut und mit weiteren Zimmerkontingenten ausgestattet. Dort soll die neue Klientel untergebracht werden. Ärzte werden sich dort neben ihrer Tätigkeit im Krankenhaus um die Privat-Patienten kümmern.

Anlass für die Gesetzesänderung sind die vergleichbar günstigen Kosten für die medizinische Behandlung in Malaysia. Diese soll vor allem Patienten aus Singapur, den USA und Europa bringen. Aber auch aus islamischen Ländern könnten die zukünftigen Patienten stammen. So gebe es bereits enge Verbindungen mit der Regierung von Brunei, die mit dem malaysischen Heart Institute zusammenarbeitet. Wichtig sind dabei auch religiöse Riten wie das tägliche Gebet und die Ernährung nach islamischen Geboten.

Als medizinische Leistungen sollen vor allem Gesundheitschecks und Operationen angeboten werden. Die malaysische Regierung hofft dabei auf einen weiteren wirtschaftlichen Aufschwung nach der weltweiten Wirtschaftskrise, die das südostasiatische Land besonders schwer getroffen hat. Aber bei den Bemühungen Malaysias um zahlungskräftige Patienten stehen zwei unmittelbare Konkurrenten gegenüber: Indonesien wirbt ebenfalls um Gesundheits-Touristen und Singapur plant ebenfalls eine solche Kampagne. Das General Hospital in Singapur zählt weltweit zu den führenden Hightech-Kliniken. Erst im September 2002 hat die Klinik den Asian Hospital Management Award gewonnen. Das Preisniveau liegt aber deutlich über dem Malaysias. Die malaysische Regierung hat jedenfalls im Fünf-Jahresplan, der von 2001 bis 2005 dauert, 44 der 224 Privatkrankenhäuser ins Gesundheitstourismus-Programm genommen. (pte/red)

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