Neue Indexwelt in Frankfurt

31. Oktober 2002, 16:15
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Handelsstart im März 2003 - Deutsche Börse: Vorteile für alle Marktteilnehmer

Frankfurt - Die Anleger in Deutschland müssen sich bis Ende März 2003 auf eine neue Indexfamilie am Aktienmarkt einstellen. Die bereits von der Deutschen Börse angekündigte Neuordnung soll Ende November vom Börsenrat verabschiedet werden. Die neue Börsenordnung trete dann am 1. Jänner 2003 in Kraft, am 24. März sei Handelsstart der neuen Indexwelt, teilte die Deutsche Börse am Donnerstag in Frankfurt am Main mit. Die Neuordnung biete allen Marktteilnehmern Vorteile, so die Börse.

Unverändert bleibt der Deutsche Aktienindex (DAX) der Börsenolymp für 30 Unternehmen. Unterhalb des DAX wird jedoch nach klassischen Branchen und Technologiebranchen unterschieden. Für die klassischen Branchen berechnet die Börse den MDAX, der von 70 auf 50 Werte verkleinert wird. Der SDAX werde weiterhin 50 Werte umfassen und schließe als Auswahlindex für kleinere Unternehmen direkt unterhalb des MDAX an.

Neuer Index TecDAX

"Bei den Technologieunternehmen wird es den neuen Index TecDAX geben, der die 30 größten Werte abbilden wird. Parallel dazu wird der Nemax 50 für die 50 größten Werte dieser Branchen bis voraussichtlich Ende 2004 berechnet, um die Kontinuität der darauf begebenen Finanzprodukte zu gewährleisten", erläuterte die Deutsche Börse ihre Pläne. Alle Auswahlindizes unterhalb des DAX werden für ausländische Unternehmen offen sei.

Ab Anfang 2003 wird zudem an der Frankfurter Wertpapierbörse für die Zulassung von Aktien zwischen zwei Transparenzstandards unterschieden. Im so genannten General Standard gelten die Anforderungen, die der deutsche Gesetzgeber vorschreibt. Im so genannten Prime Standard kommen international übliche Transparenzanforderungen hinzu: Quartalsberichte, internationale Rechnungslegungsstandards IAS oder US-GAAP, Vorlage eines Unternehmenskalenders, mindestens eine Analystenkonferenz pro Jahr sowie Ad-hoc-Mitteilungen zusätzlich in englischer Sprache.

Investoren werden bei Anlageentscheidung unterstützt

Die Zulassung zum Prime Standard muss von den Emittenten beantragt werden. Dagegen bedarf die Zulassung zum General Standard keiner Mitwirkung der Emittenten, erklärte die Deutsche Börse. Für die Unternehmen im Prime Standard werde es durchgehend insgesamt 18 Branchenindizes sowie einen Prime All-Share-Index geben.

Investoren würden dank der Neuordnung durch die Einteilung nach Unternehmensgröße und Branchenzugehörigkeit bei der Anlageentscheidung unterstützt. Den Emittenten wiederum böten die Indizes individuelle Schaufenster für Unternehmen. Für Banken und Finanzdienstleister seien die Indizes eine attraktive Grundlage für börsliche und außerbörsliche Derivate.(APA/AP)

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