Viennale zieht erfreuliche Bilanz

30. Oktober 2002, 12:22
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Die Preisträger 2002: "Tan de repente", "Nachtreise" und "Monrak Transistor" - Erwähnungen: "Nakta(dul)" und "Itiraf"

Wien - Für die Viennale 2002 (18. - 30.10.) zog Direktor Hans Hurch am Morgen des Abschlusstages eine erfolgreiche Bilanz: Erstmals wurden bei einem bewußt anspruchsvoll gestalteten Programm mehr als 70.000 Besucher gezählt, die geringfügig gesunkene Auslastung von 68,7 Prozent liegt am unter anderem um Nachmittagsvorstellungen im großen Gartenbaukino erweiterten Angebot.

Als positive Überraschungen hob Hurch neben der international bemerkenswerten, weiter auf 68,2 Prozent gestigenen Auslastung für die 35 Dokumentarfilme die Tributes hervor: Besonders das Interesse an Jürgen Böttcher übertraf die Erwartungen bei weitem; und auch das Filmarchiv-Programm "zeitnah - weltfern" kam nach zögerlichem Beginn auf über 31 Prozent Auslastung. Bei der Weltaufführung von Agnes Vardas "Deux ans après" kam zum Publikumserfolg noch die Zufriedenheit mit dem versuch einer Videoprojektion im Gartenbaukino.

Die Preise

Im Rahmen der Viennale 2002 wurden auch drei Preise vergeben - deren Überreichung erfolgt am Mittwochabend. Der Fipresci-Preis, der Preis der internationalen Filmkritik, ging an Diego Lermans "Tan de Repente": Der argentinische Jungfilm ist (nicht nur, Anm.) laut Jury "ein spannungsgeladenes Road-Movie über rebellische Mädchen, das die Kraft eines argentinischen New-New-Wave ankündigt". Vorfreude ist möglich - der Filmladen-Verleih wird den Film in Österreich regulär ins Kino bringen.

Lobende Erwähnung fand der aus Südkorea von Park Ki Yong stammende Film "Nakta(dul)" - für "seine audiovisuelle Gestaltung und die Enthüllung der Ängste und der Desillusionierung von menschen mittleren Alters."

Der Wiener Filmpreis, er besteht aus einem Geldbetrag der Kulturabteilung der Stadt Wien sowie finanzieller Zuwendungen verschiedener Firmen, wurde an Kenan Kilic für "Nachtreise" vergeben.

Der Preis der STANDARD-Publikumsjury, heuer zum fünften Mal - geht an Thailand, an "Monrak Transistor" von Pen-ek Ratanaruang. Eine spezielle Erwähnung der Jury wurde dem türkischen Film "Itiraf" von Zeki Demirkubuz zuteil.

Die Viennale 2003 ist für den 17. bis 29. Oktober vorgesehen. Bis dahin will das Gartenbaukino erfolgreich bespielt werden - den Anfang macht ab Donnerstag ein Festivalsliebling, Aki Kaurismäkis "Der Mann ohne Vergangenheit", wahlweise in deutscher oder untertitelter finnischer Fassung. (red)

  • Likörtrinken mit Tantchen: Eine der zahlreichen großen kleinen Momente aus "Tan de repente"
    foto: viennale

    Likörtrinken mit Tantchen: Eine der zahlreichen großen kleinen Momente aus "Tan de repente"

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