Rom: Caritas gegen Almosen für Straßenbettler

25. Oktober 2002, 20:02
1 Posting

Kriminelle Organisationen zwingen Kinder, Behinderte und ältere Leute zur Bettelei...

Rom - Die römische Caritas schockt die Öffentlichkeit mit dem Appell, Straßenbettlern keine Almosen zu geben. "Man sollte Bettlern kein Geld geben, vor allem wenn es Kinder und Behinderte sind. Sie sind Opfer von Kriminellenorganisationen, die sie ausbeuten. Man soll sich nicht vom Mitleid hinreißen lassen. Die Almosen lösen die Probleme nicht, vor allem wenn dahinter Kriminellenbanden stehen", sagte der Direktor der römischen Caritas, Bischof Guerino Di Tora im Interview mit der römischen Tageszeitung "Il Messaggero".

"Die wahre christliche Nächstenliebe ist jene, welche die Würde der Personen respektiert und ihnen aus einem Leben am Rande der Gesellschaft heraushilft. Almosen nutzen meistens nur, um sich das eigene Gewissen zu erleichtern", so Di Tora.

Kriminelle Organisationen

Seinen Appell richtete der Bischof an die Römer, nachdem in der italienischen Hauptstadt eine Organisation entdeckt worden war, die Kinder, Behinderte und ältere Leute aus Balkanländern nach Italien bringe, um sie als Bettler auszunutzen.

Die römische Caritas kämpft seit Jahren gegen das Phänomen der Kinder als Bettler, die auf den Straßen um Almosen bitten. Auch der römische Polizeichef Emilio Del Mese zeigte sich besorgt. Er habe noch nie so viele Bettler in der "Ewigen Stadt" gesehen. Er vermute, dass sich mehrere Organisationen dadurch bereichern. (APA)

Share if you care.