Nordkorea stimmt Dialog über Atomwaffenfrage zu

23. Oktober 2002, 13:14
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Kim Dae Jung lehnt Wirtschaftschaftssanktionen gegen Pjöngjang ab

Seoul - Bei Versöhnungsgesprächen mit Südkorea hat Nordkorea im Konflikt um seine Atomwaffenpläne die Zusammenarbeit für eine friedliche Lösung zugesagt. Süd- und Nordkorea würden sich für Frieden und Sicherheit auf der koreanischen Halbinsel einsetzen und "aktiv zusammenarbeiten, die Nuklearfrage und alle anderen Probleme durch Dialog zu lösen", hieß es am Mittwoch zum Abschluss der fünftägigen Ministergespräche in Pjöngjang in einer gemeinsamen Erklärung. Auf die Forderung Südkoreas und der USA nach einem sofortigen Stopp des umstrittenen nordkoreanischen Atomprogramms wurde nicht eingegangen.

In Seoul wurde die gemeinsame Erklärung dennoch begrüßt. "Wir hoffen, das Abkommen wird zur Lösung des Nuklearproblems positive Impulse geben", teilte das Präsidialamt mit. Die Ministergespräche über eine Verbesserung der innerkoreanischen Beziehungen wurden wegen der Diskussionen über das Atomwaffenprogramm um einen Tag verlängert.

Der Präsidiumsvorsitzende der nordkoreanischen Obersten Volksversammlung, Kim Yong Nam, hatte erstmals am Montag bei einem Treffen mit dem südkoreanischen Vereinigungsminister Jeong Se Hyun in der Nuklearwaffenfrage Gesprächsbereitschaft signalisiert. Nach südkoreanischen Angaben hatte Kim Yong Nam, der in dieser Position protokollarisch Staatsoberhaupt des Landes ist, zur Bedingung für einen Dialog mit den USA gemacht, dass Washington seine "feindliche Politik" gegenüber Pjöngjang aufgebe.

Abkommen von 1994 verletzt

Es war die erste Reaktion Nordkoreas auf die Enthüllung der US-Regierung in der vergangenen Woche, dass Pjöngjang die Existenz eines Programms zur Anreicherung von Uran eingeräumt hat. Die Verfolgung eines solchen Programms stellt eine Verletzung des Rahmenabkommens von 1994 mit den USA über den Stopp des nordkoreanischen Atomprogramms dar.

Der südkoreanische Staatspräsident Kim Dae Jung hat Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea abgelehnt. Es gebe drei Optionen: "Krieg, Wirtschaftssanktionen und Dialog", sagte Kim Dae Jung am Mittwoch in Seoul. Krieg könne "furchtbare Folgen" haben; Sanktionen könnten bewirken, dass Nordkorea erst recht an seinem Nuklearprogramm festhalte. Daher glaube er fest daran, dass die derzeitige Krise im Dialog beigelegt werden müsse.

In der kommenden Woche will der südkoreanische Präsident beim Asien-Pazifik-Forum (APEC) in Mexiko mit seinen Kollegen aus den USA, Japan und anderen Ländern über die Nordkorea-Krise beraten. (APA/dpa)

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