UNHCR muß Flüchtlingshilfe einstellen

22. Oktober 2002, 21:12
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Grund: Geldmangel - 80 Millionen Dollar des Jahresbudgets noch offen

Genf - Das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) ist gezwungen, wegen Geldmangel mehrere Hilfsprogramme vor allem in Afrika einzustellen. 80 Millionen Dollar (82,1 Mill. Euro) des Jahresbudgets sind noch offen.

Das geplante Jahresbudget von 802 Millionen Dollar musste bereits zwei Mal nach unten korrigiert werden, sagte UNHCR-Sprecher Ron Redmond am Dienstag in Genf. Insgesamt wurde es um 92 Millionen Dollar auf 710 Millionen Dollar gekürzt.

Wasserversorgungs-, Gesundheits-, und Ausbildungsprogramme gefährdet

Den zusätzlich benötigten Betrag von 217 Millionen Dollar für die Afghanistan-Krise hat die UNO-Organisation hingegen erhalten. Damit wurde die Rückkehr von 1,7 Millionen Menschen in ihr Land unterstützt. Namhafte Beträge haben bis Mai dieses Jahres die USA (60 Millionen Euro), Japan (24 Mio), die Niederlande (14 Mio) und Deutschland (zwölf Mio) geleistet. Bemängelt wurde, dass von Österreich bis Mai kein finanzieller Beitrag eingegangen sei.

UNO-Flüchtlingskommissar Ruud Lubbers warnte die Geberländer in einem Brief, dass die UNO-Organisation ohne weitere Beiträge bis Ende Oktober gezwungen sei, im November mehrere Programme einzustellen. Die dringendsten Bedürfnisse bestünden heute in Afrika, erklärte Lubbers.

Von den Budgetkürzungen betroffen sind Programme zu Wasserversorgung, Gesundheit und Ausbildung, unter anderem ein Landwirtschaftsprojekt für eritreische Flüchtlinge. Ebenfalls betroffen sind Sicherheitsmaßnahmen in Flüchtlingslagern Tansanias sowie die Verteilung von Winterkleidern für Kinder im Kaukasus. (APA/sda)

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