Rugby: Rekorde, Rekorde

22. Oktober 2002, 18:15
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Mit einem überzeugenden 151:0 über Dinamo Bukarest sichert sich der Londoner Klub Saracens so gut wie alle europäischen Bestmarken

Wien - Die Rugby-Rekordbücher müssen neu geschrieben werden. Verantwortlich dafür ist der Londoner Klub Saracens. Die Engländer zerlegten im Parker Pen Challenge Cup Dinamo Bukarest sicher 151:0. Immerhin 23 Versuche standen am Ende zu Buche. Die Rumänen waren wohl schon mit schlotternden Knien angereist, musste doch ihr Nationalteam in der letzten Saison ein verstörendes 0:134 gegen die Engländer einstecken.

Nun wurde ihnen auf schmerzhafte Weise klargemacht, dass es noch schlimmer geht. Die Saracens hingegen sind nun im Besitz so gut wie jedes europäischen Superlativs:

  • Höchste Zahl erzielter Punkte (um 35 besser als bisher)
  • Größter Winning Margin (um 41 Punkte größer als bisher)
  • Höchste Anzahl erzielter Versuche (sechs mehr als bisher)

    Spieler verschwunden

    Für Bukarest gingen die Unanehmlichkeiten auch nach Spielende weiter - ihr Offensivspieler Florin Pradais scheint sich nämlich von der Mannschaft abgesetzt zu haben; die Polizei ist eingeschaltet. Der 28-Jährige verschwand schon vor dem Match aus dem Hotel, nahm ein Taxi Richtung des Londoner Victoria-Bahnhofes und ward seither nicht mehr gesehen.

    Der Verlust von Pradais dünnte die ohnehin schmale Bukarester Personaldecke weiter aus, am Ende hatte man statt der üblichen sieben nur vier Ersatzspieler zur Verfügung. Zur Halbzeit lag Dinamo bereits 0:66 zurück, es sollten noch 85 Punkte dazukommen. Da schon das Heimspiel 11:87 verloren ging, lautet das beeindruckende Score nach Hin- und Rückmatch 238:11 für Saracens. Die treffen in der nächsten Runde des Bewerbs nun auf den französischen Vertreter Colomiers.

    Relativierend muss jedoch angemerkt werden, dass im Parker Pen Challenge Cup dramatisch anmutende Resultate nicht gerade eine Seltenheit sind. Die dominierenden Klubs aus Großbritannien und Frankreich treffen in den ersten Runden auf Teams aus Rumänien, Italien oder Spanien - und die kommen zumeist nicht über ihre Rolle als Kanonenfutter hinaus. Rugby Roma etwa, erging es beim 8:83 im walisischen Pontypridd auch nicht gerade gut. (rob)

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