Gehälter österreichischer Topmanager

21. Oktober 2002, 19:55
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Laut Ergebnis der aktuellen Kienbaum-Studie "Vorstände in Österreich" liegen die Gehälter der Vorstandsmitglieder im Schnitt um 5,2 Prozent höher als im Vorjahr

Vorstände österreichischer Aktiengesellschaften verdienen durchschnittlich 282.000 Euro jährlich. Die Spannweite der Bezüge ist jedoch sehr groß und reicht von 70.000 Euro bis etwa eine Mio. Euro. In diesen Beträgen sind auch Bonuszahlungen enthalten, die im Schnitt zwischen 20 und 30 Prozent des Gesamtgehalts ausmachen.

Dies sind die zentralen Ergebnisse der aktuellen Studie "Vorstands- und Aufsichtsratsgehälter in Österreich" von Kienbaum Management Consultants Wien, die anhand der Vergütungsdaten von 515 Vorständen in 183 österreichischen Aktiengesellschaften erstellt wurde.

"Bestimmendes Kriterium für die Höhe der Vorstandsgehälter ist die Größe des Unternehmens", berichtet Conrad Pramböck, Projektleiter der Studie. Die Topgehälter werden fast ausschließlich in großen Unternehmen gezahlt. "Vorstände in kleinen Unternehmen verdienen etwa so viel wie Leitende Angestellte in internationalen Konzernen", sagt Pramböck.

Die Gehälter der Vorstandsmitglieder liegen im Schnitt um 5,2 Prozent höher als im Vorjahr. Dabei mussten einige Vorstände durch den Entfall von Bonuszahlungen aufgrund der schlechten Wirtschaftslage auch empfindliche Gehaltseinbußen in Kauf nehmen. Zum Vergleich verdienen Führungskräfte auf der Ebene unterhalb des Vorstands Gesamtgehälter in Höhe von durchschnittlich 103.700 Euro. Sie konnten ihre Bezüge gegenüber dem Vorjahr im Schnitt um 3,2 Prozent steigern.

Über 90 Prozent der Vorstände erhalten einen Dienstwagen. Zu den beliebtesten Modellen zählen 5er- und 7er-BMW, Audi A6 und A8 sowie Mercedes S-Klasse. In börsenotierten Aktiengesellschaften zählen Stock-Options mit 93 Prozent Verbreitung mittlerweile auch in Österreich zum Vergütungsstandard.

"Im internationalen Vergleich liegen österreichische Vorstände im guten Mittelfeld", konstatiert Pramböck. In Deutschland erhalten Vorstände durchschnittlich um fünf bis zehn Prozent höhere Bezüge. Noch höher liegen die Gehälter in Großbritannien und in der Schweiz. Vorstände in Italien und Spanien verdienen im Schnitt weniger als in Österreich.

Das Fehlen österreichischer Großkonzerne bestimmt auch die Grenzen der heimischen Vorstandsgehälter. Während in Österreich nur eine Hand voll Manager ein Gehalt von über eine Mio. Euro beziehen, liegen zehn Prozent aller Vorstände in Deutschland über diesem Wert. "Wer im europäischen Spitzenfeld verdienen will, ist auf eine Karriere außerhalb Österreichs angewiesen", sagt Pramböck. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 19./20.10.2002)

Die komplette Studie "Vorstände 2001/2002" erhalten Sie um 750 Euro (zuzüglich USt.) bei: Kienbaum Management Consultants Wien
Tel: (01) 533 51 88
www.kienbaum.at
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