Chirac hält Verbindung zwischen dem Irak und El Kaida für unbewiesen

16. Oktober 2002, 07:07
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Terroristen könnten Irak-Frage als Vorwand für neue Anschläge benutzen

Paris - Dem französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac liegen laut einem Zeitungsbericht keine Beweise für eine Verbindung zwischen dem Irak und dem Terrornetzwerk El Kaida vor. "Meines Wissens ist kein Beweis für eine Verbindung zwischen dem Irak und El Kaida gefunden worden, oder jedenfalls wurde keiner öffentlich", zitierte die französischsprachige libanesische Tageszeitung "L'Orient-Le Jour" Chirac. Die Äußerung steht im Widerspruch zu Erklärungen von US-Präsident George W. Bush, der den irakischen Staatschef Saddam Hussein am Montag als Mann bezeichnete, "von dem wir wissen, dass er Verbindungen zu El Kaida hatte". Konkrete Beweise hat Bush bisher nicht vorgelegt.

Frankreich lehnt wie Russland und China die von den USA und Großbritannien im Weltsicherheitsrat geforderte Vollmacht zu einem Militärschlag ab, falls der Irak nicht mit den UNO-Waffeninspektoren kooperiert. "Selbst wenn gewisse Terroristen im Irak Unterschlupf gefunden haben mögen, dürfen wir die Punkte nicht vermischen", zitierte das Blatt Chirac in seiner Mittwochausgabe weiter. Es sei unmöglich auszuschließen, dass terroristische Gruppen die Irak-Frage als Vorwand für neue Anschläge und als Propagandainstrument benutzten. (APA/AP)

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