"Inneren Wettbewerb erhalten"

14. Oktober 2002, 19:06
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Rudi Klausnitzer, Vorsitzender der News-Geschäftsführung, und Oberherausgeber Wolfgang Fellner antworten auf Fragen, die so nicht gestellt werden durften - Eine Collage aus Interviews mit den beiden

STANDARD: Herr Fellner, sind Sie’s wirklich? Wir wollen kein Dementi riskieren, dass wir nur mit Ihrem Klon zu tun hatten.
Fellner: Wir denken nicht im Leisesten daran. Gibt dafür keinen Anlass.

STANDARD: Das beruhigt. Haben Sie eine Theorie, was Ihr Klon mit der Vizekanzlerin und dem FP-Klubchef besprach – kurz bevor die Frist für einen Einspruch des Justizministers gegen die Elefantenhochzeit der Magazingruppen um "News" und "profil" ablief? Entgegen Ankündigungen sah der ebenfalls der FP zuzurechnende Dieter Böhmdorfer danach ja von dem Rekurs ab.
Fellner: Ich höre das zum ersten Mal.

STANDARD: Seither erscheinen alle aktuellen politisch relevanten Magazine in einer Gruppe, dazu noch eine Menge Marktführer in ihren Segmenten. Von gesundem Wettbewerb kann man jetzt wohl nicht mehr sprechen, ohne rot zu werden.
Klausnitzer: Innerer Wettbewerb muss erhalten werden. Man kann nicht 14 Magazine in einem relativ kleinen Markt herausgeben und gleichzeitig der Meinung sein, es kann und darf keinen Wettbewerb zwischen den Magazinen geben.

STANDARD: Konzentration wird dadurch verschärft, dass Mediaprint-Gesellschafter Kurier beteiligt wurde.
Klausnitzer: Wir haben mit "Krone" und "Kurier" den gleichen Umgang wie vorher.

STANDARD: Wenn man etwa von Vertriebsaktivitäten absieht. Böswillige Stimmen führen den Rückzug Helmuth Fellner aus der Führung der News-Gruppe mit angeblichem Vertrauensverlust des Mehrheitsgesellschafters Gruner + Jahr zurück.
Klausnitzer: Nein, das stimmt nicht. Gruner + Jahr und die beiden Fellners sind auf mich zugekommen und haben erklärt, sie wollen das Unternehmen umstellen auf ein managementgeführtes und die Funktion des Vorsitzenden der Geschäftsführung einführen. Helmuth Fellner hatte schon seit längerer Zeit die Absicht, sich aus dem operativen Geschäft zurückzuziehen.

STANDARD: Herr Klausnitzer, ist es nicht praktisch, dass Sie jetzt Chef jener Verlagsgruppe sind, die Ihre Musicalprojekte stets besonders fein promotet?
Klausnitzer: Wenn nicht sowohl die Eigentümer hier wie die Eigentümer der Vereinigten Bühnen der Meinung gewesen wären, dass dies machbar und sinnvoll ist, dann würde es das gar nicht geben. (DER STANDARD, Printausgabe vom 15.10.2002)

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    Wolfgang Fellner

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    Rudi Klausnitzer

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