Irreführende Werbung für Nahrungs- ergänzungsmittel

14. Oktober 2002, 13:42
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Böhmdorfer geht gegen "unhaltbare Werbeversprechungen" vor - Zusatznahrung "gegen Schlaflosigkeit, Impotenz ..."

Mit Klagen geht Konsumentenschutzminister Dieter Böhmdorfer (F) gegen "unhaltbare Werbeversprechungen" bei Gesundheitsprodukten vor. Die ersten Erfolge gab es bereits, hieß es heute, Montag, in einer Aussendung des Justizministeriums. Ein Unternehmen habe sich in einem gerichtlichen Vergleich verpflichtet, unhaltbare Werbeaussagen in Zukunft zu unterlassen. Es sei zu hoffen, dass diese Klage Vorbildwirkung auf andere Unternehmer hat, die derartige Wundermittel vermarkten, so Böhmdorfer.

"Vorbeugung und Heilung von schwerwiegenden Krankheiten"

Bei dem boomenden Geschäft mit "Functional Food" und Nahrungsergänzungsmitteln wird laut der Aussendung den Konsumenten oft das Blaue vom Himmel versprochen. So sei mitunter von gesundheitsfördernden Wirkungen die Rede, teilweise werde die Vorbeugung und Heilung von schwerwiegenden Krankheiten in Aussicht gestellt.

Zusatznahrung "gegen Schlaflosigkeit, Impotenz ..."

Das Nahrungsergänzungsmittel ALEN sei von "Engelbert's Naturprodukte" mit Slogans wie "ALEN versorgt den menschlichen Körper mit allen lebenswichtigen essenziellen Substanzen in großen Mengen" oder "Wollen wir uns gesund halten, so brauchen wir Zusatznahrung" beworben worden. In Europa und auf dem amerikanischen Kontinent seien unheilbare Krankheiten geheilt oder gelindert worden, wäre behauptet worden. Laut der Werbebroschüre werde u.a. Schlaflosigkeit, Impotenz sowie Arthritis, Parkinson-Erkrankungen und Krebs geheilt. Sogar der Alterungsprozess soll durch dieses Wundermittel verlangsamt werden. Der Nachweis über die Wirkung fehle aber.

"Unhaltbare Versprechungen"

"Unternehmern, die mit derart unhaltbaren Versprechungen Konsumenten täuschen und prellen, muss endlich ein Riegel vorgeschoben werden", so Böhmdorfer. Nach der von ihm initiierten Klage über den Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat sich "Engelberts Naturprodukte" in einem gerichtlichen Vergleich dazu verpflichtet, derartige Aussagen in Zukunft zu unterlassen.

Die Behauptung, das Produkt würde den Körper mit "allen essenziellen Nahrungsinhaltsstoffen versorgen", habe sich als falsch herausgestellt, hieß es. Wichtige Stoffe wie Vitamin B6, Phosphor und Jod waren nicht enthalten. Die restlichen Inhaltsstoffe konnten den Tagesbedarf nicht annähernd decken. Laut den Werbeaussagen sollte das Produkt aus 18 Getreidesorten bestehen. Bei Analysen wurden nur Weizenkeime, Weizenkleie und Extrakte aus Sojabohnen, Braun- und Rotmeeralgen gefunden. (APA)

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