"The Guardian": Krieg gegen den Irak wäre jetzt das Schlechteste

14. Oktober 2002, 10:02
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Anti-Terror-Koalition könnte bei Militärschlag auseinanderbrechen

London - Zum Terroranschlag auf Bali schreibt am Montag die britische Zeitung "The Guardian":

"Zweierlei ist nun zwingend erforderlich: Alles, was getan werden kann, um die Terroristen zu besiegen, muss getan werden. Und nichts darf getan werden, was den Terroristen helfen könnte. In dieser Hinsicht besteht die offenkundige Gefahr, dass die derzeitige Fixierung der USA auf den Irak kontraproduktiv ist. Ein Krieg gegen den Irak wird nichts dazu beitragen, dass Massaker wie das am Wochenende künftig verhindert werden. Sogar der Bush-Regierung wird es schwer fallen, Saddam Hussein für Bali verantwortlich zu machen.

Doch was noch Besorgnis erregender ist: Ein Krieg könnte die Anti-Terror-Anstrengungen lahm legen und die internationale Koalition gegen den Terror schwächen oder zerstören, weil er die öffentliche Meinung in der moslemischen Welt und darüber hinaus entflammen würde. So würden nur noch mehr El-Kaida-Mitglieder rekrutiert, und damit würde die Gefahr weiterer Morde an Unschuldigen noch größer. Wenn uns Bali irgendetwas lehrt, dann dies: Die Niederschlagung des internationalen, staatenlosen Terrorismus ist die bei weitem dringendste Aufgabe der Sicherheitspolitik." (APA/dpa)

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