Wachstumsmarkt für Elfenbein

13. Oktober 2002, 18:03
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Ungeachtet des weltweiten Handelsverbots wird in China immer mehr davon verhökert

Nairobi - Ungeachtet des weltweiten Handelsverbots für Elfenbein wächst der illegale Markt dafür in China einer neuen Studie zufolge dramatisch. Nach der Untersuchung über den Elfenbeinmarkt in Ostasien im Auftrag der britisch-kenianischen Organisation "Save the Elephants" ist China der weltweit größte Importeur von Elfenbein.

"Zwischen 1996 und Ende September dieses Jahres beschlagnahmten Zollbehörden allein 45 Tonnen Elfenbein, das für China bestimmt war", sagte einer von zwei Autoren der Studie, Esmond Martin, am Freitag in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Nach vorangegangenen Untersuchungen in Afrika und Südasien stellten Martin und Koautor Daniel Stiles dort mit den Kenianischen Wildschutzbehörden (KWS) ihren Bericht über den Elfenbeinmarkt in China, Hongkong, Südkorea und Japan vor.

"Die Elfenbeinhändler haben ihre Schmuggelrouten gefunden"

Während die Märkte in den anderen drei Ländern seit Verhängung des Handelsverbots für afrikanisches Elfenbein 1990 schrumpften oder nahezu ganz verschwanden, wuchs der Markt in China an. "Die Elfenbeinhändler haben ihre Schmuggelrouten gefunden", sagte Martin. "Es scheint, als wachse die Nachfrage auf bestimmten Märkten erneut an." Aber auch in Europa und den USA gebe es offensichtlich Abnehmer für die verbotenen Produkte.

Nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen (Cites) ist der Handel mit Elfenbein aus Asien seit 1975 und aus Afrika seit 1990 verboten. Südafrika, Namibia, Botswana und Simbabwe erwirkten jedoch Ausnahmeregelungen. Auf der nächsten Cites-Konferenz, die am 3. November in Santiago (Chile) beginnt, wird erneut über den Schutz der Dickhäuter entschieden. (APA/dpa)

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