Führungsmitglied der japanischen Aum-Sekte zum Tode verurteilt

11. Oktober 2002, 11:46
posten

Sieben Jahre nach dem Giftgasanschlag in der Tokioter U-Bahn

Tokio - Mehr als sieben Jahre nach dem Giftgasanschlag in der Tokioter U-Bahn ist ein weiteres Führungsmitglied der Aum-Sekte zum Tode verurteilt worden. Ein Bezirksgericht in der japanischen Hauptstadt befand am Freitag den 42-Jährigen Seiichi Endo des mehrfachen Mordes für schuldig.

Endo hatte in Vernehmungen zugegeben, das Nervengas hergestellt zu haben, das bei dem Anschlag am 20. März 1995 eingesetzt worden war. Dabei waren zwölf Menschen ums Leben gekommen und tausende verletzt worden.

Endo hatte ausgesagt, auf Anweisung des Sektengründers Shoko Ashara gehandelt zu haben. Er habe nicht gewusst, dass damit Menschen getötet werden sollten.

Endo ist das neunte Mitglied der Aum-Sekt, das zum Tode verurteilt wurde. Er war zudem angeklagt, an dem Giftgasanschlag im Juni 1994 in Matsumoto in der Nähe Naganos beteiligt gewesen zu sein. Dabei starben sieben Menschen und 144 wurden verletzt.

Die Aum-Shinriko-Sekte ("Höchste Wahrheit") ist unter dem Namen "Aleph" in Japan immer noch aktiv. Die als gewalttätig eingestufte Organisation gehört zu einer Reihe von Religionsgemeinschaften, die in Japan seit Mitte der siebziger Jahre entstanden. Von anderen Sekten buddhistischer und shintoistischer Prägung unterscheidet sie sich durch die Vorhersage des Weltuntergangs und den offenen Kampf gegen den Staat und seine Organe. (APA/dpa)

Share if you care.