Regierung Berlusconi attackiert Fiat-Vorstand

10. Oktober 2002, 17:42
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Industrieminister macht Manager für Debakel verantwortlich

Rom - Die Regierung Berlusconi hat das Fiat-Management wegen der Krise attackiert, die zum Abbau von 8.100 Arbeitsplätzen führen wird. "Die ganze Autoindustrie steckt in der Krise, doch die Lage bei Fiat verschlechtert sich immer mehr", sagte Industrieminister Antonio Marzano in einer Rede vor dem römischen Parlament über die Fiat-Krise. Mangelnde oder falsche Investitionen, Verwaltungsfehler sowie wettbewerbsunfähige Strategien hätten Fiat stark belastet, sagte Marzano.

Der Minister bekundete, dass die Mitte-Rechts-Regierung im Rahmen des Haushaltsgesetzes 2003 Maßnahmen ergreifen werde, um die Auswirkung der Fiat-Krise auf die Beschäftigungslage im Land einzudämmen. Die Regierung will unter anderem die Steuerbegünstigungen zur Förderung der Ökoautos verlängern, die im Juli eingeführt worden waren und ursprünglich bis Jahresende in Kraft hätten bleiben sollen. Sie sollen auch 2003 weiterhin gelten, sagte Marzano.

Mehr könnte die Regierung für Fiat nicht unternehmen. Die EU-Richtlinien in punkto Wettbewerb verbieten, Maßnahmen zur Unterstützung eines Privatunternehmens, sagte Marzano. Die Regierung werde sich trotzdem im Rahmen ihrer Möglichkeiten bemühen, die italienische Autoindustrie zu retten. (APA)

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