ÖBV-Privatisierung: Deutscher Großverlag Klett legt einziges Angebot

10. Oktober 2002, 14:11
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Josef Taus, letztverbliebener Interessent aus Österreich, ist ausgestiegen

Bei der bevorstehenden Privatisierung des Österreichischen Bundesverlages (ÖBV) liegt nur mehr ein einziges Angebot vor: Der Stuttgarter Großverlag Klett bietet für die ÖBV-Übernahme 18,5 Millionen Euro, berichtet das Nachrichtenmagazin "Format" in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe. Nach dem Rückzug der holländischen Verlagsgruppe Wolters Kluver ist am Montag auch der letztverbliebene österreichische Interessent aus dem Bieterrennen ausgestiegen. Der Industrielle Josef Taus, Mehrheitsbesitzer des Wiener Verlages Ed. Hölzel, wollte laut "Format" in einem gemeinsamen Angebot mit dem deutschen Westermann-Verlag nur elf Millionen Euro zahlen.

Klett hat sich laut den weitgehend ausverhandelten Modalitäten des Kaufvertrages zumindest für fünf Jahre auch zur Erhaltung der ÖBV-Töchter Residenz, Deuticke und Brandstätter verpflichtet. Kaufinteresse für den Brandstätter-Verlag bekundete  auch der General-Direktor des Kunsthistorischen Museums, Wilfried Seipel.

Ob die Privatisierung des Verlags von der schwarz-blauen-Regierung noch in dieser Legislaturperiode durchgezogen wird, hängt letztlich vom Finanzministerium ab. Das verbliebene Angebot liegt weit unter den ursprünglich geäußerten Preisvorstellungen des Finanzministers von rund 50 Mill. Euro. Der Verlag hat im Vorjahr 31,5 Mill. Euro umgesetzt. (APA)

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