Kanaren: Wal-Sterben nach NATO-Manöver

9. Oktober 2002, 12:31
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Tiere verendeten an Hirnblutungen

Las Palmas - Das Wal-Sterben vor zwei Wochen in der Nähe der Kanarischen Inseln ist nach Untersuchungen spanischer Wissenschafter durch ein Marine-Manöver der Nordatlantischen Allianz (NATO) in dem Gebiet ausgelöst worden. Die Wale seien damals an Hirnblutungen gestorben, die sie durch "starke akustische Signale" erlitten hätten, heißt es nach Presseberichten vom Mittwoch in einem Bericht der Universität in Las Palmas de Gran Canaria.

Diese Signale könnten nur von den Schiffen ausgegangen sein, die an dem Manöver teilgenommen hatten. Die Untersuchung der Kadaver habe ergeben, dass die Wale ansonsten völlig gesund gewesen seien. Während des NATO-Manövers vor den Kanaren waren Ende September auf den Inseln Fuerteventura und Lanzarote 15 Wale an Land getrieben worden. Davon verendeten 13. Die Tiere gehörten der Familie der Schnabelwale an. Sie sind vier bis sechs Meter lang und ähneln den Delfinen. Tierschützer und die Regierung der autonomen Region der Kanaren hatten vergeblich einen sofortigen Abbruch des Manövers verlangt.

Das spanische Verteidigungsministerium zog die Erkenntnisse der Wissenschafter in Zweifel. Die vom Ministerium eingeleiteten Untersuchungen seien zwar noch nicht abgeschlossen, aber die bisherigen Ergebnisse deuteten darauf hin, dass zwischen den Signalsystemen der Schiffe und dem Wal-Sterben kein Zusammenhang bestanden habe, sagte ein Sprecher. (APA)

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