Fischer und Powell vereinbaren Treffen "in naher Zukunft"

3. Oktober 2002, 22:02
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Deutscher Außenminister will noch im Oktober in die USA reisen

Washington - Die Zeichen für eine Entspannung im deutsch-amerikanischen Verhältnis mehren sich. Der deutsche Außenminister Joschka Fischer und sein Amtskollege Colin Powell vereinbarten am Donnerstag telefonisch, sich "in naher Zukunft" zu treffen, wie aus US-Regierungskreisen in Washington verlautete. Ein konkreter Termin für die Begegnung wurde allerdings nicht genannt. Fischer hatte bereits vor einigen Tagen angekündigt, dass er in der zweiten Oktoberhälfte nach Washington reisen wolle.

Ein ranghoher US-Regierungsmitarbeiter betonte allerdings, dass noch kein Schlussstrich unter den deutsch-amerikanischen Streit um die Irak-Politik gezogen sei. Powell habe in dem Telefonat deutlich gemacht, dass es einige "ernste Themen" hinsichtlich der bilateralen Beziehungen und dem deutschen Wahlkampf zu besprechen gebe. Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte vor der Bundestagswahl einer deutschen Beteiligung an einem Militäreinsatz gegen Irak eine klare Absage erteilt. US-Präsident George W. Bush hatte daraufhin darauf verzichtet, Schröder zu seinem Wahlsieg zu gratulieren.

Am Donnerstag übersandte Bush jedoch ein Glückwunsch-Schreiben zum Jahrestag der deutschen Einheit an Bundespräsident Johannes Rau, in dem er auf die lange Tradition der deutsch-amerikanischen Freundschaft verwies, ohne die jüngsten Spannungen wegen der Irak-Politik zu erwähnen.(APA)

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