Hoffnung im Kampf gegen seltene Immunschwäche- Krankheit dahin

3. Oktober 2002, 16:32
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Paris: Revolutionärer Versuch mit Gen-Therapie musste abgebrochen werden

Paris - Französische Mediziner haben eine als revolutionär gefeierte Gentherapie für Babys mit einer seltenen Immunschwächekrankheit abgebrochen, nachdem eines der Kinder schwer erkrankte. Der Versuch werde so lange gestoppt, bis die Ursache der aufgetretenen Leukämie-ähnlichen Krankheit geklärt sei, teilten die französischen Gesundheitsbehörden am Donnerstag mit.

Die neue Therapie wird im Necker-Krankenhaus in Paris an Kindern getestet, die an einer lebensbedrohlichen Krankheit, dem so genannten schweren kombinierten Immundefekt (SCID), leiden. Die Krankheit ist auf ein defektes Gen des X-Chromosoms zurückzuführen und betrifft nur Jungen. Normalerweise müssen die Patienten in einer völlig sterilen Umgebung unter einem Schutzzelt leben.

Das bei SCID-Patienten defekte Gen ist für die Steuerung von weißen Blutkörperchen verantwortlich, die wiederum für das Immunsystem wichtig sind. Bei der neuen Behandlungsmethode wird ein normales Gen zur Steuerung der Blutkörperchen in die Blutbahn des Patienten eingebracht, um so das Immunsystem aufzubauen. Im April 2000 war es französischen Medizinern zum ersten Mal gelungen, auf diese Weise die Immunschwäche zu behandeln. (APA)

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