Fiat: 7.000 Arbeitsplätze gefährdet

4. Oktober 2002, 18:15
posten

Italienische Autogruppe immer tiefer in der Krise - Gewerkschaften befürchten massive Jobstreichungen

Rom - Die italienische Autogruppe Fiat steckt immer tiefer in der Krise. Nachdem im Mai die Kürzung von 3.000 Arbeitsplätzen beschlossen wurde, bahnt sich eine neue massive Entlassungswelle an. Die Grundlinien eines tiefgreifenden Umstrukturierungsplans mit großen Auswirkungen auf die Beschäftigung wurden am Donnerstag von Fiat-Präsident Paolo Fresco mit Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi bei einem Treffen im römischen Regierungssitz diskutiert. Die Gewerkschaften schlagen Alarm. Fiat plane die Streichung von 7.000 Arbeitsplätzen in Italien, warnte der Gewerkschaftsverband Fiom.

"Der Fiat-Präsident hat die Regierung über den Umstrukturierungsplan informiert, den der Konzern plant. Ich kann nichts mehr sagen", berichtete Regierungschef Silvio Berlusconi. Die Probleme der Gruppe, die im September seit Jahresbeginn einen Absatzrückgang von 19 Prozent gemeldet hat, seien tiefgründig diskutiert worden, sagte Berlusconi.

Krisentreffen

Die Gewerkschaften drohen, auf die Barrikaden zu gehen. "Es ist offensichtlich, dass Fiat einen dramatischen Stellenabbau plant, der Tausende von Arbeitsplätzen kosten wird. Fresco hat Berlusconi die Details der Operation vorgestellt, die verheerende Folgen für die Beschäftigung haben wird", sagte Guglielmo Epifani, Chef des stärksten Gewerkschaftsverbands in Italien, Cgil. Für kommenden Mittwoch hat das Unternehmen die Gewerkschaften zu einem Krisentreffen geladen. Bereits 3.000 Stellenkürzungen waren im vergangenen Mai beschlossen worden. Damals hatten sich die Arbeitnehmerorganisationen mit einer Steikwelle gewehrt. Auch am Freitag kam es bereits zu ersten Arbeitsniederlegungen. Die Arbeitnehmer der Fiat-Werke Mirafiori in Turin streikten spontan gegen den neuen Stellenabbau.

Fiat-Geschäftsführer Gianfranco Boschetti hatte vergangene Woche bekundet, dass die Gruppe ihre Produktion um 20 Prozent kürze wolle. Die Produktionskürzung werde Einsparungen ermöglichen, die neue Ressourcen für Investitionen in neue Modelle frei setzen sollen. Die Autogruppe habe auch die Lieferanten aufgefordert, die Kosten um 3,5 Prozent zu reduzieren, so Boschetti. Seine Worte hatten Alarm unter den Gewerkschaften ausgelöst, die vor einer neuen Entlassungswelle gewarnt hatten.

Die Krise der italienischen Autobranche hatte Fiat in den vergangenen Wochen bereits zu einer Produktionskürzung von 40.000 Autos gezwungen. Vom 19. August bis 22. September wurden außerdem 37.000 Arbeitnehmer in unterschiedlichen Fiat-Produktionsanlagen in Italien turnusmäßig auf Kurzarbeit gesetzt. Der Beschluss wurde auf Grund der negativen Resultate der letzten Monate getroffen.(APA)

Link
Fiat
  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.