Chirac und Schröder: Keine Einigung auf gemeinsames Vorgehen

3. Oktober 2002, 08:07
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Sowohl Frankreich als auch Deutschland widersetzten sich jeder UNO-Resolution, die einen Automatismus für die Anwendung von Gewalt enthalte

Paris - Deutschland und Frankreich haben sich im Streit um die Irak-Politik auch weiter nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen können. Der französische Präsident Jacques Chirac sagte am Mittwochabend nach einem Treffen mit dem deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder im Pariser Elysee-Palast, Deutschland habe klar seine Haltung zum Ausdruck gebracht, die er respektiere. Paris könne jedoch seine Position nicht in dieser Weise festlegen, sagte Chirac mit Blick auf den Sitz Frankreichs als ständiges Mitglied im UNO-Sicherheitsrat.

Schröder sagte, er habe sich "gefreut über das Verständnis", das Chirac für die deutsche Position gezeigt habe. Frankreich brauche wirklich einen größeren Spielraum als ständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat, räumte Schröder ein. Er betonte, die ablehnende deutsche Haltung gegenüber einem möglichen Angriff auf den Irak werde sich auch weiterhin - nach der Bundestagswahl - nicht ändern.

Chirac sagte, auf beiden Seiten gebe es aber durchaus Gemeinsamkeiten in der Analyse und im Ansatz. Sowohl Frankreich als auch Deutschland widersetzten sich jeder UNO-Resolution, die einen Automatismus für die Anwendung von Gewalt enthalte. Ob eine neue Resolution erforderlich sei, darüber sollten die Mitglieder des UNO-Weltsicherheitsrats entscheiden, fügte Chirac hinzu. Schröder und Chirac vereinbarten bei ihrem ersten Treffen nach dem Wahlsieg Schröders zwei weitere Treffen noch in diesem Monat. Dabei soll es um die gemeinsame Position zur EU-Erweiterung auf den Gipfeln in Brüssel und Kopenhagen gehen. (APA)

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