Kaum Chancen auf Früherkennung

3. Oktober 2002, 12:28
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US-ForscherInnen bezweifeln Zuverlässigkeit von Selbstuntersuchungen auf Brustkrebs

Washington/Schanghai - Die Zuverlässigkeit der Selbstuntersuchungen von Frauen auf Brustkrebs wird in einer neuen Studie von US-WissenschafterInnen in Zweifel gezogen. Wie die Zeitschrift des Nationalen Amerikanischen Krebs-Instituts (NCI) am Mittwoch berichtete, kamen die ForscherInnen in einer umfassenden Untersuchung unter chinesischen Frauen zu dem Schluss, dass diese mit dem Abtasten ihrer Brüste unter medizinischer Anleitung das Krebsrisko nicht mindern konnten.

Kein Unterschied

Im Rahmen der Untersuchung waren 266.064 Arbeiterinnen in Schanghai in zwei Gruppen aufgeteilt worden. Die erste Gruppe praktizierte die Abtastmethode jeweils halbjährlich in einem Zeitraum über fünf Jahre hinweg. Die zweite Gruppe erhielt keinerlei Information über den Brustkrebs. Nach einem Zeitraum von zehn bis elf Jahren lag die Sterblichkeitsrate auf Grund von Brustkrebs in beiden Gruppen jedoch gleich hoch. Die Frauen waren offenbar nicht in der Lage, mit Hilfe des Tastens die Knoten in der Brust frühzeitig zu erkennen, folgerten die ForscherInnen des Fred-Hutchinson-Zentrums in Seattle (US-Bundesstaat Washington).

Die WissenschafterInnen räumten jedoch ein, dass unter "hoch motivierten Frauen" die Eigenuntersuchung erfolgreicher sein könne. Die Selbstuntersuchung von Frauen auf Brustkrebs ist in den USA weit verbreitet und wird inzwischen auch in Deutschland praktiziert.(APA)

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    Geringe Chancen auf Früherkennung von Brustkrebs durch Abtasten? US-ForscherInnen behaupten es.
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