Intel setzt auf drahtlose Zukunft

1. Oktober 2002, 17:29
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Intel CEO Craig Barrett: ""Wi-Fi ist eine Chance um den PC-Markt wieder aufregender zu machen."

Mit der Integration von Funktechnik zum drahtlosen Internet-Zugang direkt in den Chipset von PCs setzt Intel voll auf die "Konvergenz" von Computer und Internet, erklärte Intel CEO Craig Barrett in einem Gespräch mit Journalisten in München. Schon im nächsten Jahr sollen Intel-Chips die Wi-Fi genannte Funktechnik beinhalten, während derzeit dafür getrennte Funkkarten nötig sind. Die beiden unterschiedlichen Standards – 802.11b und 802.11a – sollen in Dualband-Lösungen zusammengeführt werden, erklärte der Inte-Chef.

Aufregend

"Wi-Fi ist eine Chance um den PC-Markt wieder aufregender zu machen. Menschen upgraden ihre Computer, wenn es einen aufregenden Grund dafür gibt", beschreibt Barrett Intels Hoffnung in die Wireless-LAN-Funktechnik. "Wi-Fi ist einfach furchtbar bequem." Das werde Benutzer begeistern und in der Folge auch zu einer Welle von Providern führen, die Wi-Fi anbieten. "Hier ist noch einiges an Infrastruktur zu errichten", sagte Barrett.

Ergänzen - nicht konkurrieren

Wi-Fi und die dritte Mobilfunkgeneration UMTS würden sich ergänzen und nicht konkurrieren, sagte Barrett. Beides seien Breitband-Technologien, die eine für lokale Netze, die andere (UMTS) für weite Netze. Auch die UMTS-Technik würde künftig direkt in PCs und Organizer integriert werden. Einen Zeitraum für diese Entwicklung wollte Barrett jedoch nicht nennen.

Eine Gelegenheit

Barrett räumte ein, dass Intel mit seinem Engagement im Funktelefoniebereich – wo Microsoft zusammen mit Intel SmartPhones zum Zusammenbau anbietet, ähnlich wie im PC-Bereich Betriebssystem und Computerarchitektur – relativ spät auf einen entwickelten Markt komme. "Wir haben hier nicht dieselbe Position (wie im PC Markt), aber das ist eine Gelegenheit, um unseren Marktanteil zu entwickeln", versuchte Barrett dem späten Engagement positiven Spin zu verleihen. "Es tut mir jedoch nicht leid, dass wir hier bisher nicht investierten, denn es hätte unsere Entwicklung im PC-Bereich beeinträchtigt."

Intel sei nicht alleine auf Microsoft in diesem Segment angewiesen, sagte Barrett. "Microsoft waren wahrscheinlich die letzten, die unsere Architektur unterstützten. Wir arbeiten auch mit Symbian und Palm zusammen", schwächte Barrett die Exklusivität der Kooperation mit Microsoft ab.

Wenn die Wirtschaft wieder anspringt

Gelassen kommentierte der Intel-Chef die anhaltende "IT-Rezession", die bei Intel zu einem dramatischen Einbruch bei Umsatz und Gewinn und zum niedrigsten Aktienkurs seit mehreren Jahren geführt hat. Intel würde weiterhin positive Ergebnisse schreiben; "alles, was wir in dieser langsamen Phase tun können ist mehr in unsere Forschung, Entwicklung und Produktion investieren und uns für den Zeitpunkt zu positionieren, wenn die Wirtschaft wieder anspringt", sagte Barrett. Wann das sei, wollte Barrett nicht voraussagen – aber der Aufschwung würde von Konsumenten ausgehen, Unternehmen würden dem folgen. (Helmut Spudich)

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