SPÖ hat Container bezogen

1. Oktober 2002, 15:07
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Provisorium wird "Nervenzentrale" für den Wahlkampf - Weiter Kritik von FP und VP

Wien - Die SPÖ sitzt ab heute, Dienstag, im Container-Dorf: Jene rund 100 Personen, die mit der SP-Kampagne für die kommende Nationalratswahl betraut sind, sind laut einem Sprecher der Wiener Sozialdemokraten in den internen Bereich des provisorischen Bürokomplexes übersiedelt. Er gilt als das "Nervenzentrum" für den SPÖ-Wahlkampf. Die Anlage wurde in unmittelbarer Nähe zur Parteizentrale in der Löwelstraße, direkt neben dem Burgtheater errichtet.

Ein für Besucher zugängliches Areal des Containerdorfs soll am 10. Oktober seine Pforten öffnen. Dort wird dem interessierten Publikum dann ein "Infopoint" sowie ein Cafe zur Verfügung stehen. Im vollendeten Zustand wird die Anlage über eine Nutzfläche von mehr als 1.000 Quadratmetern in insgesamt 70 rot-grauen Behältern verfügen. Auf zwei Etagen ist dort Platz für Mitarbeiter, die sich unter anderem um Strategieplanung und Öffentlichkeitsarbeit kümmern werden.

Aus Anlass der Inbetriebnahme ist auch wieder Kritik an dem Wahlkampf-Zentrum laut geworden: Wiens FPÖ-Chef Hilmar Kabas sprach in einer Aussendung von einer "Verschandelung des Stadtbildes". Die Wiener Innenstadt habe im Dezember vergangenen Jahres nicht umsonst das Prädikat des Weltkulturerbes erhalten - und es zeige sich bei der SPÖ einmal mehr, dass ihr nicht nur bei der Stadtplanung und den großen Bauprojekten, sondern auch bei öffentlichen Inszenierungen "jegliches Gefühl für Geschmack und Ästhetik abhanden gekommen ist".

Die ÖVP bekräftigte ebenfalls ihre Ablehnung: Außer dass das Wiener Stadtbild "verschandelt" werde und den Autofahrern viele Parkplätze weggenommen würden, habe der "rote Machtmissbrauch" nichts gebracht, meinte Wahlkampfleiter Reinhold Lopatka. (APA)

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