Hurrikans: "Lili" fegt durch die Karibik-Region

2. Oktober 2002, 07:35
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Spitzengeschindigkeiten bis zu 140 Kilometer pro Stunde - Tote durch "Higos" in Japan

Mexiko/Miami - In Japan sind bei einem Taifun mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Wie Polizei und Feuerwehr am Mittwoch mitteilten, wird eine Person vermisst. 56 Menschen seien verletzt worden, als der Taifun "Higos" am Dienstagabend die Gegend um Tokio heimsuchte. In Yokohama wurde ein 53-jähriger Mann von einem herabfallenden Fenster erschlagen, das sich durch den Taifun im 9. Stock eines Hochhauses gelöst hatte. Am Vormittag zog "Higos" mit einer Geschwindigkeit von rund 60 Kilometern pro Stunde in nördlicher Richtung über die Nordinsel Hokkaido. Der Hurrikan "Lili" nahm unterdessen nach einem mehr als 3000 Kilometer langen Zug durch die Karibik Kurs auf die USA.

Eine Frau wurde in Japan noch vermisst. "Higos" befand sich auf der nordjapanischen Insel Hokkaido und bewegte sich mit einer Spitzengeschwindigkeit von 90 Kilometern pro Stunde Richtung Norden auf das Meer hinaus. Er verlor an Geschwindigkeit und wurde zu einem Tropensturm zurückgestuft. "Higos" war am Dienstag nur knapp an Tokio vorbeigezogen. In der Stadt waren zuvor vorsorglich der Luftverkehr und die Schifffahrt stark eingeschränkt worden, Häfen und Autobahnen wurden geschlossen. Zehntausende Haushalte waren vorübergehend ohne Strom. "Higos" war der drittstärkste Taifun in der Region seit dem Zweiten Weltkrieg.

Start der Weltraumfähre Atlantis abgesagt

"Lili" schlug mit Windgeschwindigkeiten von 165 Kilometern pro Stunde im Golf von Mexiko am Dienstag Nordwest-Kurs in Richtung Mississippi-Mündung ein. Das Zentrum des Zyklons lag am Abend (Ortszeit) rund 215 Kilometer nördlich der mexikanischen Halbinsel Yucatan beziehungsweise 840 Kilometer süd-südöstlich von New Orleans. Für Teile der nordamerikanischen Golfküste wurde Hurrikan-Vorwarnung gegeben.

Der für Mittwoch geplante Start der Weltraumfähre Atlantis wurde wegen des Wirbelsturms abgesagt, wie eine Sprecherin der Weltraumbehörde NASA am Dienstag am Weltraumbahnhof in Cape Canaveral in Florida bestätigte. Der Hurrikan bewege sich zwar nicht auf Florida zu, könnte aber das Johnson-Kontrollzentrum Houston/Texas in Mitleidenschaft ziehen, sagte die Sprecherin. Houston übernehme immer kurz nach den Raumfährenstarts die Überwachung des Fluges.

Am Dienstag hatte "Lili" zügig den Westen Kubas überquert, der am 20. September schon vom Hurrikan "Isidore" heimgesucht worden war. Kubas Präsident Fidel Castro teilte mit, dass auf der vorgelagerte Isla de la Juventud sehr viele Hausdächer abgedeckt wurden, dass aber dieses Mal keine großen Schäden in der Landwirtschaft entstanden seien. "Die beste Nachricht ist, dass es bei zwei Hurrikanen, die binnen elf Tagen über Kuba zogen, nicht einen einzigen Toten gegeben hat", sagte Castro der staatlichen Nachrichtenagentur Prensa Latina.

In Mexiko hatte der Zivilschutz am Dienstag Hurrikan-Alarm rund um den Badeort Cancún im Nordosten der Halbinsel Yucatán gegeben. Nachdem "Isidore" in Yucatan schwerste Schäden angerichtet und mindestens 13 Menschen getötet hatte, wurde die Halbinsel dieses Mal aber verschont. Mexikos Präsident Vicente Fox sagte am Dienstag bei einem Besuch in Yucatan den Opfern "Isidors" Wiederaufbauhilfen in Höhe von einer Milliarde Pesos (100 Millionen Euro) zu.

Auf Jamaika waren bei Überschwemmungen infolge von "Lili" mindestens drei Menschen ums Leben gekommen, zwei wurden am Dienstag noch vermisst. Am 23. September war "Lili" im Südosten der Karibik über die kleinen Antilleninseln gezogen und hatte dort schwere Schäden an Gebäuden und Bananenplantagen angerichtet. Auf St. Vincent starben vier Menschen bei einem Erdrutsch. Außerdem verschwand Medienberichten zufolge ein 2000-Tonnen-Frachter mit sieben Mann Besatzung im Sturm. (APA/dpa)

  • Artikelbild
    foto: apaafpi/noaa/jim
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