Seibersdorf sucht neue Strategie

30. September 2002, 17:40
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Industrie setzt sich durch, Chefsuche vorerst auf Eis gelegt

Wien - Die Austrian Research Centers Seibersdorf (ARCS) haben seit Montag einen neuen Aufsichtsratsvorsitzenden: Ex-OMV-Chef Richard Schenz, der Kapitalmarktbeauftragte der Regierung, wurde am Montag von der ARCS- Generalversammlung zum Nachfolger von Siemens-Generaldirektor Albert Hochleitner gewählt, bestätigten Aufsichtsratsmitglieder dem Standard. Hochleitner hatte das ARCS-Kontrollgremium wie berichtet aus Protest gegen den Kurs von Infrastrukturminister Mathias Reichhold verlassen.

Bedingung

Damit hat sich die Industriegruppe (49 Prozent des ARCS gehören heimischen Konzernen, Anm.) gegen den Bund durchgesetzt, denn Schenz’ Kandidatur war an eine Bedingung gekoppelt: Die Posten der ARCS-Chefs Günter Koch und Wolfgang Pell werden vom Aufsichtsratspräsidium erst neu ausgeschrieben, wenn die künftige Strategie der ARCS-Gruppe feststeht. Die Kündigung der im Mai 2003 auslaufenden Verträge bleibt aufrecht.

Unterschiedliche Standpunkte

Ein Ausschuss soll nun über die Strategie beraten. Die Eigentümer haben unterschiedliche Standpunkte: Noch-Minister Reichhold forciert den Technologietransfer zu Klein- und Mittelbetrieben, die Industrie sieht das ARCS, zu dem auch Arsenal Research gehört, als "Center of Excellence" und Auslass für EU- Gelder sowie als Andockstelle für die Technologiefördertöpfe der Länder. (Luise Ungerboeck, DER STANDARD, Printausgabe 1.10.2002)

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