UN-Sicherheitsrat fordert Israel erneut zum Ende von Belagerung auf

28. September 2002, 10:23
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WHO besorgt über Gesundheitsprobleme in Palästinensergebieten

New York - Der UNO-Sicherheitsrat hat Israel erneut aufgefordert, die Belagerung des Hauptquartiers von Palästinenserpräsident Yasser Arafat in Ramallah zu beenden. Nach einer Beratung des Gremiums am Freitag in New York forderte der bulgarische UNO-Botschafter Stefan Tafrov als amtierender Präsient des Sicherheitsrates Israel auf, die am Dienstag verabschiedete Resolution 1435 umzusetzen. Darin hatte sich der Sicherheitsrat "zutiefst besorgt über die Wiederbesetzung" des Amtssitzes von Arafat und der Palästinensischen Autonomiebehörde geäußert. Die Resolution war mit 14 Stimmen ohne die Stimme der USA verabschiedet worden. Washington forderte Israel inzwischen jedoch ebenfalls zu einem Ende der Belagerung auf.

Die israelische Armee umstellt seit gut einer Woche Arafats Hauptquartier in Ramallah im Westjordanland, in dem sich Arafat und rund 250 Gefolgsleute aufhalten. Die israelische Regierung fordert die Auslieferung von rund 20 Palästinensern, denen sie "Terrorismus" vorwirft. Die palästinensische Autonomiebehörde lehnt dies ab. Israel ist einem Pressebericht zufolge bereit, auf die Auslieferung zu verzichten, wenn die mutmaßlichen Terroristen von einem palästinensischen Gericht verurteilt werden.

Die Generalsekretärin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Gro Harlem Brundtland, wies indes auf die verheerende Gesundheitslage in den Palästinensergebieten hin. Die Versorgung mit sauberem Wasser und die hygienischen Bedingungen in einigen Orten seien Besorgnis erregend, sagte Brundtland am Freitag in Genf. Die Lage habe sich seit der Eskalation des Nahost-Konfliktes im März verschlimmert. Grund sei die Einschränkung der Bewegungsfreiheit der Palästinenser durch die von der israelischen Armee verhängten Ausgangssperren. Die Bevölkerung werde noch lange unter der Misere leiden. Brundlandt berief sich auf Berichte der UNO-Hilfsorganisation für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) und auf palästinensische Quellen. (APA)

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