Aufschub für embryonale Stammzellen-Forschung steht vor der Tür

27. September 2002, 18:40
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EU-Kommission will bis Ende 2003 für Forschung an neuen embryonalen Stammzellen keine Projekte ausschreiben

Brüssel - Am Montag dürfte die formelle Entscheidung fallen, Forschung an neu isolierten embryonalen Stammzellen zumindest bis Ende 2003 nicht mit EU-Geldern zu fördern. Wenn alles nach Plan läuft, werden die Minister der EU-Staaten im neubenannten EU-Rat "Wettbewerbsfähigkeit" die konkreten Durchführungsprogramme für die Forschungsförderung der nächsten Jahre beschließen.

Zugleich wird die EU-Kommission erklären, dass sie bis Ende 2003 für Forschung an neuen embryonalen Stammzellen keine Projekte ausschreiben wird, sagte der Sprecher von EU-Forschungskommissar Philipe Busquin am Freitag auf Anfrage der APA.

Bewertung der bisherigen Stammzellenforschung

Zugleich wird sich die EU-Kommission verpflichten, im späten Frühjahr 2003 eine Bewertung der bisherigen Stammzellenforschung vorzulegen. Auf dieser Basis sollen EU-Kommission, EU-Ministerrat und EU-Parlament gemeinsam über ethische und wissenschaftliche Aspekte der Stammzellenforschung diskutieren. Das soll wieder der EU-Kommission als Grundlage für einen Gesetzesvorschlag zur Stammzellenforschung in der Union dienen. Ziel ist eine gemeinsame Position der Mitgliedsländer bis Ende 2003.

Dieser Kompromiss sei in der vergangenen Woche von den Vertretern der Mitgliedsländer in Absprache mit dem EU-Parlament gefunden worden, sagte ein Diplomat am Freitag in Brüssel. Einzig Italien dürfte noch Vorbehalte haben, die Entscheidung fällt allerdings mit qualifizierter Mehrheit.

Forschung an schon länger bestehenden Linien embryonaler Stammzellen sowie an adulten Stammzellen kann mit EU-Mitteln gefördert werden. (APA)

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