Für einen grüneren Mercedes

26. September 2002, 13:14
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Greenpeace präsentierte in Stuttgart Dieselrußfilter - soll Krebs erregende Partikel aus dem Auspuff auf ein Zehntausendstel reduzieren

Stuttgart/Wien - Die Umweltorganisation Greenpeace präsentierte am Donnerstag in Stuttgart einen Dieselrußfilter für Pkw, der angeblich nur ein Zehntausendstel der krebsverdächtigen Partikel aus dem Auspuff lässt. Auf einem Filterpapier waren einer Greenpeace-Aussendung zufolge nur wenige Spuren zu sehen, ein konventionelles Vergleichsfahrzeug hinterlasse dagegen einen schwarzen Fleck. Als Demonstrationsobjekt diente ein gebrauchter Mercedes C 220 Diesel.

Mit der Präsentation widerlegte Greenpeace nach eigener Darstellung die Behauptung der deutschen Autoindustrie, eine Nachrüstung bereits ausgelieferter Pkw sei nicht machbar. Die Unternehmen würden sich zudem weigern, die verfügbare Technik in ihre neuen Wägen einzubauen.

Schwerer Vorwurf

"Tausende Menschen sterben an Dieselkrebs. Die deutsche Autoindustrie unternimmt nichts dagegen, obwohl sie die Technik kennt", sagt Greenpeace-Sprecher Wolfgang Lohbeck. "Die Autoindustrie muss alle Diesel-Neuwagen mit Filtern auszustatten und ältere Fahrzeuge nachrüsten. Jedes weitere Zögern ist verantwortungslos." Und die deutsche Regierung solle die Nachrüstung durch Steuervergünstigungen unterstützen, forderte Lohbeck.

Greenpeace beauftragte den TÜV in Essen, den Rußfilter einzubauen. Es waren der Organisation zufolge keinerlei kostspielige Entwicklungen vonnöten, und es wurden nur handelsübliche Teile verwendet. Die Dosierungseinrichtung für den notwendigen Kraftstoffzusatz stamme aus einem Gabelstapler, die Filteranlage von der französischen Firma PSA. Diese Filter würden bereits seit zwei Jahren serienmäßig in einige Modelle von Citroen und Peugeot eingebaut, hieß es. (APA)

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