VA Tech: Becker bleibt

26. September 2002, 12:54
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Gerüchte um Ablöse des Vorstandschefs nicht bestätigt - Zukunft der Servicegesellschaft Power & Water ungewiss

Wien - Bei der Aufsichtsratssitzung der VA Tech am Mittwoch blieb das von manchen erwartete Köpferollen aus. Die im Vorfeld aufgetauchten Gerüchte um eine Ablöse des Vorstandsvorsitzenden Erich Becker haben sich nicht bestätigt. Festgestellt wurde, dass sich der Metallurgiebereich (Voest-Alpine Industrieanlagenbau/VAI) sowie die Wassertechnik (WABAG) auf Restrukturierungskurs befinden. Bei der WABAG werde der Vorstand über strategische Optionen nachdenken, beispielsweise die Hereinnahme eines Partners zumindest in Teilbereichen, berichtete ein Unternehmenssprecher nach der rund fünfstündigen Sitzung.

Die für vier Divisionen - ausgenommen VAI - tätige Servicegesellschaft Power & Water, die mit 1. Juli 2002 gegründet wurde, müsse sich noch konsolidieren, erst dann sei über einen weiteren Schritt nachzudenken, sagte der Sprecher. Ob daraus die ursprünglich angedachte Zwischenholding entstehen soll, könne derzeit nicht gesagt werden.

Aufsichtsratspräsident Peter Michaelis hob nach der Sitzung drei Punkte hervor.

  • die Metallurgie entwickle sich sehr erfolgreich, das Restrukturierungsprogramm habe voll gegriffen. Ein weiterer Mitarbeiterabbau über die bereits bekannten 700 Arbeitsplätze hinaus (darunter rund die Hälfte im VAI-Stammhaus Linz) ist nach Angaben des Sprechers nicht in Sicht, für heuer liege der Auftragseingang bei VAI im Plan. Eine Aufstockung des dreiköpfigen VA Tech-Vorstandes um den Vorstandsvorsitzenden der VAI-Gruppe, Gerhard Falch, ist nicht erfolgt.

  • Für den Bereich Babcock/WABAG habe der Aufsichtsrat ein Restrukturierungsprogramm verordnet. Michaelis stellte dazu fest, dass die Sonderabschreibung für die 10-prozentige Beteiligung an der deutschen Babcock-Borsig-Power nicht im Verschulden der VA Tech gelegen sei. WABAG wurde bereits im Jahr 2000 als Nicht-Kernbereich der VA Tech definiert.

  • Die VA Tech-Gruppe stehe nach dem Bericht über das erste Halbjahr 2002 "unter dem Strich gut da", ausgenommen die (inzwischen mit insgesamt rund 50 Mill. Euro voll abgeschriebene) Babcock-Beteiligung.

"Klassisches Beteiligungsmanagement"

VA Tech sei innerhalb der ÖIAG-Gruppe (24 Prozent ÖIAG-Anteil) ein Fall für "klassisches Beteiligungsmanagement", mit dem Anliegen, dass dieses "auf gesunden Beinen steht". Michaelis sei bemüht, "nicht Köpfe rollen zu lassen, sondern für das Management Arbeitsbedingungen zu schaffen, um die gesetzten Ziele erfüllen zu können". VA Tech wird die Ergebnisse für das 3. Quartal 2002 am 21. November veröffentlichen.

Aktie unter Druck

Die VA Tech-Aktie, die am Mittwoch auf ein neues Allzeit-Tief gefallen war, konnte sich am Donnerstag leicht erholen und gewann bis zu Mittag 3,28 Prozent auf 16,68 Euro. (APA,red)

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    Die Ablösegerüchte um VA Tech-Vorstandschef Erich Becker haben sich nicht bestätigt.

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