Wenig Hoffnung auf Lipizzaner

24. September 2002, 19:25
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Hietzings Parteien einstimmig gegen Trainingszentrum in Schönbrunn - Nun droht ein Tauziehen um den zweiten Standort

Wien - Ein Tauziehen um einen zweiten Standort für die Lipizzaner im Schönbrunner Schlosspark zeichnet sich ab. Einstimmig gegen das Trainingszentrum haben sich alle Parteien im Bezirk Hietzing ausgesprochen.

Die Hietzinger betonen, die Entscheidung sei "nicht gegen die Lipizzaner" gefallen, sondern gegen den Eingriff in das Park-Areal. Befürchtet wird auch, dass noch mehr Besucher in Schönbrunn noch mehr Verkehrsprobleme rund um das Gelände bewirken.

Edle Rösser im Fasangarten?

DER STANDARD stellte exklusiv die Machbarkeitsstudie von Architekt Manfred Wehdorn vor. Darin sind Pläne für eine Reithalle für 300 Zuschauer, Stallungen, Sattelkammern, Futtersilos sowie eine Zufahrtsstraße und Parkplätze auf mehreren tausend Quadratmetern enthalten. Als Standort hat Wehdorn den geschützten ehemaligen Fasangarten, in dem sich derzeit nur die Baumschule des Bundes befindet, erkoren. Denkmal-und Naturschützer haben sich wiederholt gegen diese Pläne gewandt.

Keinesfalls Abstand nehmen will man seitens der Spanischen Hofreitschule von den Schönbrunn-Plänen. Direktor Werner Pohl, der nach der Ausgliederung der Hofreitschule aus der Bundesverwaltung eine gewinnbringende zweite Reiterequipe am Schlossareal etablieren möchte, hofft "auf Gespräche und Dialog" mit den Bezirksvertretern, um sie doch noch zu überzeugen.

Auch Planungsstadtrat Rudolf Schicker und Bürgermeister Michael Häupl hofft er auf seine Seite zu bekommen. Allerdings liegt die Entscheidungskompetenz nicht allein bei ihnen: Sind doch auch das Landwirtschafts-, das Wirtschafts- und wegen der benachbarten Kaserne das Verteidigungsministerium involviert. Dort hat man allerdings wegen der anstehenden Neuwahlen andere Sorgen.

Alternative Krieau

Bekräftig hat Vizebürgermeisterin Grete Laska die Idee, die Lipizzaner in der Krieau anzusiedeln, respektive gebe es eine leerstehende Halle am Messegelände, in der die Tiere untergebracht werden könnten. Das sei als "Diskussionsgrundlage" und "seriöses Angebot der Stadt" zu verstehen. Über eine finanzielle Beteiligung wurde nicht gesprochen. Laska betont aber, dass sie die Kombination von Lipizzaner und Trabrennbahn als touristisches Angebot befürwortet. Mit dem U2-Ausbau könnten Touristen bequem zu den Lipizzanershows anreisen. (aw/DER STANDARD Print-Ausgabe, 25.9.2002)

  • Hietzings Parteien meinen: Lipizzaner, nein danke. Traurig, traurig.
    foto: der standard/semotan

    Hietzings Parteien meinen: Lipizzaner, nein danke. Traurig, traurig.

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