Siemens: Noch mehr Stellen in Gefahr

24. September 2002, 15:19
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Abbau von 17.800 Jobs in der Netzwerksparte könnte zu wenig sein

München - Der Siemens-Konzern reagiert mit einem Umbau seiner defizitären Netzwerksparte ICN auf die anhaltende Krise in der Telekommunikationsbranche. "Wir müssen rasch und konsequent handeln, um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu sichern", sagte ICN-Chef Thomas Ganswindt am Dienstag in München. Das Geschäft mit Netzbetreibern solle in einer Einheit gebündelt werden, um Kosten zu sparen.

In München werden im Rahmen der Neustrukturierung 2.300 Stellen gestrichen. Dies war in den vergangenen Wochen bereits bekannt geworden. Offiziell bestätigt ist bei ICN der Wegfall von insgesamt 17.800 Arbeitsplätzen. ICN hatte zuletzt 43.000 Mitarbeiter.

Abbau geht weiter ...

Unklar ist weiterhin, wie lange der Arbeitsplatzabbau bei ICN noch weiter geht. Die Gewerkschaft IG Metall hatte von der Streichung 4.000 zusätzlicher Arbeitsplätze gesprochen. Dies wollte ein Siemens-Sprecher nicht bestätigen. Man befinde sich weiter in der Diskussion. Ganswindt sagte zwar nach Bekanntgabe der Bündelung des Geschäfts mit Betreibern: "Aus heutiger Sicht erwarten wir, dass nach Umsetzung dieser Maßnahmen die notwendigen Strukturanpassungen bei ICN abgeschlossen sind." Allerdings bedeutet dies laut Konzernangaben nicht unbedingt, dass es keinen weiteren Stellenabbau gibt.

Der Bereich leidet schon seit längerem unter der Krise in der Telekommunikationssparte. In den ersten neun Monaten erzielt ICN vor Steuern und Zinsen einen Verlust von 366 Mill. Euro. Der Umsatz brach von 9,2 auf 7,4 Milliarden Euro ein. Ganswindt sagte vor Beschäftigten, auch im laufenden Schlussquartal habe sich die Lage nicht grundsätzlich geändert. (APA)

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